© IL 2005

2. Dezember «Weltaidstag»

 

Betäubungsmittel im Sinne des Gesetzes sind die in den Anlagen I bis III zu § 1 Abs. 1 BtMG genannten psychotropen Stoffe wie Tetrahydrocannabiol/THC (der rauscherzeugende Wirkstoff von Haschisch), Opiate wie Opium, Morphium, Heroin (Grundlage ist der eingetrocknete Milchsaft der unreifen Fruchtkapsel des Schlafmohns in unterschiedlicher Aufbereitung), Lysergsäurediathylamid/LSD (Mutterkorn eines Pilzes), Kokain (wird aus dem Kokastrauch gewonnen) und Designerdrogen wie z. B. Ecstasy/XTC (im Labor künst-lich hergestellte Droge mit der chemischen Bezeichnung MDMA 3,4 Metylen-Dioxy-N-Methylamphetamin, Amphetamin (speed), Methamphetamin (crystal).

Der Erwerb und Besitz von bzw. der Handel mit diesen Stoffen ist nach Maßgabe des § 29 BtMG strafbar. Der reine Konsum von Betäubungsmitteln ist nicht strafbar. Mit dem dafür erforderlichen Erwerb und Besitz wurden in der Regel im Vorfeld strafbare Handlungen begangen (Freiheitsstrafe bis zu 4 Jahren). Ein Konsum ohne vorhergehenden Erwerb, also Besitz ist kaum denkbar.Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen diese Bestimmungen können von der Staatsanwaltschaft wegen Geringfügigkeit eingestellt werden, wenn es sich um den Erwerb oder Besitz einer "geringfügigen Menge" (2–3 Konsumeinheiten für den Eigenkonsum) handelt. Die Entscheidung darüber, was eine geringe Menge ist, treffen die Gerichte. Die Praxis ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Zurzeit werden in Nürnberg, z.B. bis zu 6 Gramm Haschisch als "geringe Menge" bezeichnet. Im Gegensatz zum Besitz einer "geringen Menge" wird der Handel mit Betäubungsmitteln in jedem Fall bestraft.


Schlafmohnernte

 

Drogenmissbrauch führt zu Armut und Stigmatisierung Die sozialen Folgen und ökonomischen Kosten für den Drogenmissbrauch und der durch Drogensucht bedingte Verlust des Arbeitsplatzes führen sowohl in den Städtenals auch auf dem Land zur Verarmung der Betroffenen und ihrer Familien. Drogenmissbrauch macht krank. Der zuneh- mende Drogenmissbrauch in Entwicklungsländern verschärft die Gesundheitsprobleme der Menschen. In vielen Entwicklungs-und Transformationsländern steht der zunehmende intravenöse (i.v.) Drogenkonsum in enger Verbindung mit der Verbreitung von HIV und AIDS,da sich oftmals viele Abhängige ein Spritzbesteck teilen müssen. Drogensucht schwächt soziale Strukturen und benachteiligt Frauen Obwohl in Entwicklungsländern überwiegend Männer illegale Drogen konsumieren, sind Frauen durch die Folgen der Sucht wie Verar- mung,Gewalt und Zerrüttung der Familien mindestens ebenso stark betroffen. Zudem wirkt sich ein Umfeld von Drogenhandel, Kriminalität, Gewalt und Prostitition negativ auf die soziale Situation von Frauen und Familien aus. Drogenhandel fördert Gewalt und Kriminalität. Das Geschäft mit illegalen Drogen nährt Korruption,schwächt die staatliche Autorität und führt dadurch letztendlich oft zurAushöhlung der Rechtsstaatlichkeit.Drogenhandel fördert Gewalt und Konflikte und steht oft im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität,illegalem Waffenhandel, Menschenhandel und nicht zuletzt auch Terrorismus. Was versteht man unter Drogen?Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Drogen als Substanzen, die eine oder mehrere Körperfunktionen verändern.Im allgemeinen Sprachge- brauchversteht man unter Drogen jedoch Substanzen mit psychoaktiver Wirkung.

 

Glossar:
HIV   -  human immunodeficiency virus
AIDS -  acquired immune deficiency syndrom

 

 
  Mohnfeld

 

 
   Opiumernte

                

  
    Rausch ausschlafen

                                                                                

        © AGF 1989  
   Blick in das Innerste eines schichtweise
   geöffneten AIDS-Virus   
      

 

   

Diese liegt vor,wenn die Einnahme so auf das Zentralnervensystem wirkt, dass sich Stimmung, Wahrnehmung, Gefühlswelt, Denken oder Realitätserleben verändern. Mehrere hundert Substanzen stehen unter internationaler Kontrolle durch das International Narcotics Control Board (INCB).Dies sind im wesentlichen Betäu- bungsmittel und psychoaktive Substanzen,aber auch zahlreiche Chemikalien, die zur Herstellung illegaler Drogen benötigt werden. Die meisten Substanzen dürfen für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Für eine Reihe von Drogen jedoch herrscht ein generelles Verbot: Anbau, Herstellung, Handel und Konsum sind illegal. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen pflanzlichen und synthetischen Drogen.Zu den Drogen auf pflanzlicher Basis zählen beispielsweise Heroin, Opium, Kokain, Crack, Haschisch und Marihuana. Opium wird aus Schlafmohn gewonnen und kann zu Heroin verarbeitet werden.Kokain und Crack entstehen durch Weiterver- arbeitung der Blätter der Koka-Pflanze. Haschisch und Marihuana sind Produkte der Cannabis-Pflanze. Zu den synthetischen Drogen zählen LSD und Amphetamine sowie das Amphe- taminderivat Ecstasy. Problematisch am Drogenkonsum ist vor allem, dass ein Großteil der Substanzen schwere psychische und physische Abhängigkeit hervorrufen kann.Zudem schwächt Drogensucht die körperliche Konstitution und kann schwerwiegende gesundheitliche Schäden anrichten. In den letzten Jahren rückt verstärkt ins Bewusstsein, dass auch legale Substanzen wie Alkohol und Nikotin eine ähnliche Suchtproblematik aufweisen wie illegale Drogen.                                                    





Zahlen zum weltweiten Drogenmissbrauch

Nach Cannabis, der weltweit unangefochtenen illegalen
Droge Nr.1, ist Kokain das in Südamerika am zweithäufigsten
konsumierte illegale Rauschmittel. In Asien dagegen miss-
brauchen die Menschen verstärkt Opiate.

 

Wirtschaftsmacht Drogen
Dem Informationsdienst "Bevölkerung &Entwicklung "zufolge (Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen – DGVN)wurden 2001mit illegalen Drogengeschäften weltweit rund 500 Milliarden US-Dollar umgesetzt – mehr als das Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2002 von Schweden und Dänemark zusammen genommen. Wäre das Drogengeschäft in einem einzigen international operierenden Unternehmen organisiert,wäre dies ein echter "Global Player ". Denn die geschätzten Jahreseinnahmen des Drogen-Business erreichen die beiden umsatzstärksten legal operierenden Weltkonzerne nicht einmal gemeinsam: Der Einzelhandelsriese WalMart und der Ölmulti Exxon Mobil setzten 2002 "nur "247 bzw.205 Milliarden US-Dollar um. Ähnlich wie jeder legale Wirtschaftszweig reagiert der weltweite Drogenmarkt auf Angebot und Nachfrage. Dies zeigt sich beispielsweise in Kolumbien:Wurden ursprünglich hauptsächlich Cannabis und Koka angebaut, stieg das Land seit Anfang der 1990er Jahre zum mittlerweile viertgrößten Opiumproduzenten der Welt auf.Mit einer Jahresmenge von 50 Tonnen Rohopium ist Kolumbien heute die bedeutendste Quelle für das auf dem US-amerikanischen Markt konsumierte Heroin. Mit dem Handel illegaler Drogen erzielt die internationale Drogenmafia nicht nur immense Einnahmen: Die Gewinnspanne ist ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Denn der Konsument muss auch die Risiken des verbotenen Geschäfts finanzieren, also etwa Kosten für Ernteausfälle infolge von Vernichtung der Pflanzungen, für Produktionsausfälle oder für den Verlust der Ware aufgrund von Beschlagnah-
mung oder Strafverfolgung der Drogenhändler. In einigen Entwicklungsländern bedroht die Drogen-Schattenwirtschaft mit ihrer Konzentration von Macht und Kapital zunehmend die nationale Sicherheit. Gründe hierfür sind Begleiterscheinungen wie die mafiöse Unterwanderung von Politik und Wirtschaft, die Schwächung der staatlichen Autorität durch Geldwäsche und Korruption sowie die Finanzierung der Aktivitäten krimineller Organisationen, Terroristengruppen und Guerillaverbände durch Drogengelder.

 

Kriminalisierung
Welche unerwünschten Auswirkungen ein staatliches Verbot von Drogen haben kann,zeigt sich
besonders gut an der Phase der Prohibition in den USA (1919 bis 1933).Das staatliche Alkohol-
verbot führte zwar zu einer deutlichen Reduktion des Konsums und der damit verbundenen nega-
tiven Folgen,aber es begünstigte auch den Aufbau einer Mafia, die die Herstellung und den Ver-
trieb kontrollierte und riesige Summen daran verdiente. Die kriminellen Nachfahren eines
Al Capone oder Lucky Luciano nutzten das während der Prohibition perfektionierte Know-how
und die Infrastruktur,um sich fortan und mit bis heute ungebrochenem Erfolg dem Handel illega-
ler Drogen wie Cannabis,Heroin und Kokain zuzuwenden.

 

Rechtliche Initiativen gegen organisierte Kriminalität

Entwicklungen im Bereich der Ermittlungsmaßnahmen
Im Bereich der besonderen Ermittlungsmaßnahmen ist seit 1992 eine Phase der Konso- lidierung und Komplettierung festzustellen:

-   Österreich (Bundesgesetz vom
   August 1997);
- Niederlande (Gesetz über  

  besondere Ermittlungsbefugnisse -
  SPO);
- Polen (neue StPO vom 1. September

  1998;
- Deutschland (Regelung zur 

  akustischen Überwachung von       
  Wohnräumen
  "Großer Lauschangriff");
- England (Regulation of Investigatory

  Powers Act 2000).

Wenig Veränderungen zeigt die Gesetzeslage bezüglich der besonderen Ermittlungsmaßnahmen hingegen in Italien und Dänemark.


  

 

         

 

 

   

Kronzeugenproblematik

Mit Ausnahme von Dänemark, wo man bewußt auf eine Kronzeugenregelung verzichtet hat, und Deutschland, wo die auf den 31. Dezember 1999 befristeten Regelungen im Bereich des Terrorismus und der organisierten Kriminalität man-gels hinreichender Effektivität nicht verlängert worden sind, finden sich Kronzeu- genregelungen oder doch zumindest vergleichbare Institute in den USA, der Schweiz, Polen, Österreich, England, Frankreich und - zumindest als Entwurf - in den Niederlanden. Als "Mekka" der Kronzeugenregelung kann man wohl Italien ansehen, wo der Einsatz der sogenannten "Pentiti" vor allen Dingen in Sizilien ganz wesentlich zur Aufhellung der mafiösen Strukturen beigetragen hat. Nur sehr sporadisch findet sich in den einzelnen Landesberichten die Tatsache erwähnt, daß die Mitwirkung eines
Kronzeugen auch für die Chancengleichheit des Angeklagten eine nicht unwichtige Rolle spielt und er insoweit davon unterrichtet werden sollte. Diese Problematik wird einzig im Landesbericht England angesprochen, wo eine Unterrichtung des Angeklagten, der Verteidigung und der Jury über die Mitwirkung eines Kronzeugen verlangt wird. Sieht man einmal von Italien und den USA ab, so scheint die Einführung eines Kronzeugen im Rahmen der Bekämpfung organisiert begangener Straftaten rein faktisch keine besonders große Rolle zu spielen. Vielleicht kann man holzschnitt-artig sagen, daß Kronzeugenregelungen dazu geeignet sind, den Strafverfolgungs-behörden Einblick in organisierte Kriminalität zu vermitteln, wenn diese ein Ausmaß erlangt hat, das bereits staatskrisenhaft wirkt. Sobald jene "Erste Hilfe" aber geleistet oder solange sie nicht erforderlich ist, läßt sich die Effektivität von Kronzeugenregelungen anhand der Landesberichte durchaus in Zweifel ziehen.
Trotz mancher nationaler und regionaler Besonderheiten ist die gesetzliche Durchdringung der Aktivitäten gegen organisiert begangene Straftaten weit fortgeschritten. Auch Common-Law-Länder wie England und die USA unterscheiden sich hier nicht wesentlich von den Staaten mit Civil-Law-Systemen. Diese gesetzliche Durchdringung bietet zumindest auf dem Papier eine Basis für Rechtsstaatlichkeit. Eine andere Frage betrifft die Transparenz der Gesetzesanwendung, für die eine gesetzliche Grundlage allein noch nicht die hinreichende Gewähr bieten muß. Darüber hinaus garantiert die Schaffung gesetzlicher Grundlagen auch noch nicht die Effizienz einer Regelung. Insoweit bedarf es einer dauernden kritischen Begleitung der gesetzlichen Maßnahmen. Erweist sich eine Regelung als ineffektiv, ist sie im Interesse der Wiederherstellung der Bürgerfreiheit und -gleichheit auf-zuheben. Es ist erfreulich, daß der deutsche Gesetzgeber hier bezüglich der Kron-zeugenregelung bei terroristischen Straftaten und bei Straftaten aus dem Bereich organisierter Kriminalität die Konsequenzen gezogen und auf eine Verlängerung verzichtet hat. Auch die gesetzlichen Vorschriften zur Gewinnaufspürung und zur Geldwäsche sollten im Hinblick auf ihre Effektivität einer kritischen Überprüfung unterzogen werden. Insgesamt läßt sich aber feststellen, daß mit der "Verrechtlichung" der besonderen Ermittlungsmaßnahmen auch die Rechtsstellung der rechtstreuen Bürger gefestigt worden ist. Als Regelungen von hoher vertrauensbildender Qualität können inso-weit die Modelle zur akustischen Wohraumüberwachung gelten. Als "offene Flanke" wird man allerdings den Einsatz verdeckter Ermittler betrachten müssen. Sollte es hier nicht gelingen, vertrauenerweckende Mechanismen einzubauen, dürften die gesamtgesellschaftlichen Schäden auf die Dauer gravierender sein als der kriminalistische Nutzen.

Von konkreten Vorschlägen zur Formulierung zukünftiger rechtlicher Regelungen soll an dieser Stelle abgesehen werden. Sie ergeben sich einerseits nicht hinrei-chend deutlich aus den vorliegenden Materialien, und sie sind andererseits nicht erforderlich. Denn insoweit kann auf das "Gemeinsame Europäische Forschungs-projekt zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität" im Rahmen des Falcone-Programms der EU hingewiesen werden. Die Ergebnisse dieses Forschungspro-jekts, an dem sich das Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und inter-nationales Strafrecht, die Stadt Palermo und die Europäische Kommission sowie die Universidad Pablo de Olavide in Sevilla beteiligten, sind in der Reihe "Inter-disziplinäre Untersuchungen aus Strafrecht und Kriminologie" veröffentlicht worden.

Quelle: Walter Gropp/Barbara Huber Max-Planck-Institut

 

            Die Zigarettenindustrie: Täuschung der Verbraucher und der Gesundheitsbehörden
Weltgesundheitsorganisation und Weltbank haben immer wieder deutlich gemacht, dass das Rauchverhalten entscheidend geprägt wird von den gesellschaftlichen Rahmenbedingung, der Wirtschaft und Politik eines Landes – und der Rolle der Tabakindustrie.

 

Die Qualm-Connection:
Politiker als Erfüllungsgehilfen der Tabakindustrie

Seit Mitte März 2005 liegt nun auch in Hamburg eine Strafanzeige wegen "gemeingefährlicher Vergiftung" auf dem Tisch der Staatsanwaltschaft.

 

   Kernaussagen
  • In Deutschland sterben mehr Menschen an den Folgen des Tabakkonsums als durch Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, AIDS, Morde und Selbstmorde, zusammen – dies sind 110.000 bis 140.000 Todesopfer jährlich.
  • Rauchen stellt das größte einzelne vermeidbare Gesundheitsrisiko für eine Vielzahl schwerwiegender Krankheiten dar.

Kernaussagen
Tabakrauch enthält 4800 Chemikalien, darunter rund 70 krebserzeugende

  • Stoffe und eine Vielzahl giftiger Substanzen.
  • Die Zigarettenindustrie mischt Hunderte von Zusatzstoffen unter den Roh-tabak,
  • mit dem Ziel Kindern und Jugendlichen das Rauchen zu erleichtern

sowie das Suchtpotenzial von Zigaretten beizubehalten oder zu verstärken.

 

 

 

Inhaltsstoffe des Tabakrauches

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe a)
Benz[a]anthracen
Benzo[b]fluoranthen
Benzo[j ]fluoranthen
Benzo[k]fluoranthen
Benzo[a]pyren
Dibenz[a,h]anthracen
Dibenzo[a,i ]pyren
Dibenzo[a,e]pyren
Indeno[1,2,3-cd]pyren
5-Methylchrysen
Naphthalin

Heterozyklische Kohlenwasserstoffe
Furan
Dibenz[a,h]acridin
Dibenz[a,j]acridin
Dibenzo[c,g]carbazol
Benzo[b]furan

N-Nitrosamine a)
N-Nitrosodimethylamin
N-Nitrosomethylethylamin
N-Nitrosodiethylamin
N-Nitrosodi-n-propylamin
N-Nitrosodi-n-butylamin
N-Nitrosopyrrolidin
N-Nitrosopiperidin
N-Nitrosodiethanolamin
N-Nitrosonornicotin ("NNK")b)
4-(Methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon ("NNK")b) Stickstoffdioxid c)

Aromatische Amine, flüchtige Amine d)
2-Toluidin
2,6-Dimethylanilin
Anilin
2-Naphthylamin
4-Aminobiphenyl

N-Heterozyklische Amine
2-Amino-9H-pyrido[2,3-b]indol
2-Amino-3-methylimidazo-[4,5-b]chinolin ("IQ")
3-Amino-1,4-dimethyl-5H-pyrido[4,3-b]indol ("Trp-1")
3-Amino-1-methyl-5H-pyrido[4,3-b]indol ("Trp-2")
2-Amino-6-methyl[1,2-a : 3',2''-d]imidazol ("Glu-P-1")
2-Amino-1-methyl-6-phenylimidazo[4,5-b]pyridin ("PhIP")

Aldehyde
Formaldehyd
Acetaldehyd
Glyoxal
Acrolein (2-Propenal)
Crotonaldehyd (trans-2-Butenal)
Furfural (2-Furylmethanal)

Phenole
Phenol
Brenzcatechin (1,2-Dihydroxy-benzol)
Hydrochinon (1,4-Dihydroxy-benzol)
o-, m-, p-Kresol
Kaffeesäure

Flüchtige Kohlenwasserstoffe
1,3-Butadien
Isopren
Benzol
Nitromethan
2-Nitropropan
Nitrobenzol

Verschiedene organische Verbindungen
Acetamid
Acrylamid
Acrylnitril
Vinylchlorid
Hydrazin
1,1-Dimethylhydrazin
Ethylenoxid
Propylenoxid
Styrol
Butylhydroxytoluol
Safrol
Urethan

Metalle
Arsen
Beryllium
Nickel
Chrom (Oxidationsstufe VI)
Cadmium
Cobalt
Selen
Blei (anorganisch)

a) Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und N-Nitrosamine werden als die hauptsächlichen Lungenkanzerogene des Tabakrauchs angesehen.

b) Erhöhter Nitratgehalt des Tabaks kann zu einem Anstieg kanzerogener tabakspezifischer

N-Nitrosamine, speziell des N-Nitrosopyrrolidins, im Rauch führen. Nikotin und Nitrat gelten als Vorläufer des N-Nitrosonornikotins und des NNK, wobei Nitrat die einflussreichere Komponente ist.

c) Stickoxide können Reaktanten bei der Bildung von N-Nitrosaminen sein.

d) Identifiziert wurden: 31 aliphatische Amine; 26 Pyrrole, Pyrroline und Pyrrolidine; ca. 70 Pyridine; 11 Piperidine und Hydroxypyridine; mehrere Pyrazine (IARC, Bd. 38).

"Dem Tabakkonsum Einhalt gebieten (dkfz)"

 

       
    So ist das mit Tabak und Rum - erst bist Du froh,
    dann fällst Du um!
Etwa 1,2 Millionen Menschen gelten in Deutschland als alkoholabhängig.

Der lange Weg zur Therapie
Menschen mit Alkoholproblemen nehmen ihre Sucht- und Therapiebedürftigkeit kaum wahr. Wenn sie sich behandeln lassen, dann meistens nicht wegen ihres Suchtproblems, sondern wegen der Folgeerkrankungen. Nur ein geringer Anteil Alkoholabhängiger ist in therapeutischer Behandlung. Es ist ein langer Weg für einen Alkoholiker, sich selber und anderen gegenüber einzugestehen, alkoholkrank zu sein. Denn der Prozess vom fröhlichen Gesellschaftstrinker bis zur Alkoholerkrankung verläuft fließend. Zudem schätzen sich Alkoholiker häufig falsch ein und glauben, jederzeit aufhören zu können.
Alkoholismus führt vielfach zum Verfall familiärer und sozialer Bindungen, häufig auch zum Verlust der sozialen Existenz.


Bedenklich ist, dass Jugendliche immer früher und in immer grösseren Mengen zu alkoholhaltigen Getränken greifen: Das Einstiegsalter für den regelmässigen Konsum liegt inzwischen bei 13,6 Jahren. Die Zahl der Kinder, die wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten, ist zwischen den Jahren 2000 und 2002 um 26 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte dieser Kinder waren Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren.

Lockprodukte der Industrie wie die seit einiger Zeit in den Fokus der Kritik geraten. "Alkopops" erweisen sich dabei als besonders attraktiv und damit auch als besonders gefährlich. Alkopops sind Mischgetränke aus Limonaden oder Säften und hochprozentigem Alkohol wie Rum, Wodka oder Tequila.
Die süssen Basisgetränke - in einer Flasche "verstecken" sich etwas 11 Stückchen Würfelzucker - gaukeln den Jugendlichen ein Limonadenähnlichen Produkten vor und täuschen darüber hinweg, das in jeder 0,275-liter-Flasche etwa 5,5 Volumenprozent Alkohol enthalten sind. Das entspricht zwei hochprozentigen Schnäpsen. Neueste Erfindung auf dem Markt ist ein Alkoholhaltiges Mixgetränkepulver, das mit Wasser vermischt wird und ein fertiges Produkt mit etwa 4,8 Volumenprozent ergibt.
Inzwischen kaufen und trinken laut ESPAD 63 % der Jugendlichen diese riskante Mogelpackungen.

Warum trinkt der Russe Wodka, der Schotte Whiskey, der Deutsche Bier und der Italiener Wein? Damit man die Völker an ihrer Fahne erkennen kann!


Warum Mami ?

Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte.
Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami,
genauso, wie Du es vorhergesagt hattest.
Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami,
auch wenn die anderen sich mokierten.
Ich weiß, dass es richtig war, Mami,
und dass Du immer Recht hast.
Die Party geht langsam zu Ende, Mami,
und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg, Mami,
wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde:
aufgrund Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.
Ich fuhr langsam an, Mami,
und bog in die Strasse ein.
Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.
Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami,
hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken.
Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.
Ich liege hier im Sterben, Mami,
ach bitte, komm' doch schnell.
Wie konnte mir das passieren?
Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum ist alles voll Blut, Mami,
das meiste ist von mir.
Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
Ich wollte Dir nur sagen, Mami,
ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mami,
die haben einfach nicht nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
Der einzige Unterschied ist nur:
Er hat getrunken, und ich werde sterben.
Warum trinken die Menschen, Mami?
Es kann das ganze Leben ruinieren.
Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum,
und ich liege hier im Sterben.
Er guckt nur dumm.
Sag' meiner Schwester, dass sie nicht weinen soll, Mami.
Und Papi soll tapfer sein.
Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami,
schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.
Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami,
nicht trinken und dann fahren.
Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami,
würde ich noch leben.
Mein Atem wird kürzer, Mami,
ich habe große Angst.
Bitte, weine nicht um mich, Mami.
Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami,
bevor ich von hier fortgehe:
Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken,
warum bin ich diejenige, die sterben muss ?

Zum Gedenken an zwei Studenten der Springfield High School (Springfield, VA, USA), die bei einem Autounfall getötet wurden.
Auch Du solltest mitmachen und dieses Gedicht kopieren und weiter verbreiten.

 

            


                     
                  

Mit Hilfe epidemiologischer Daten lässt sich abschätzen,wie groß die durch legale und illegale Drogen verursachten Probleme in der Gesamtbevölkerung oder in einzelnen Bevölkerungsgruppen sind. Zudem machen Zahlen zeitliche Trends sichtbar, liefern Anhaltspunkte dafür,welches Abhängigkeitspotenzial von einer Substanz ausgeht,und sie erhellen die Motive, weshalb Menschen zu Drogen greifen. Umfassende epidemiologische Daten zum Konsum legaler und illegaler Sub-stanzen und damit einhergehende Störungen bilden daher die Basis für einen vorurteilsfreien Blick auf das Thema und helfen,die Prioritäten in Prävention und Behandlung richtig zu setzen

Sucht(daten) in Deutschland

 

Der Begriff Sucht

Der Begriff der Sucht stammt von dem alten germanischen Adjektiv siech (krank) beziehungsweise dem Verb siechen (krank sein) ab. Im 15. Jahrhundert wurde der Begriff siech von dem Wort krank abgelöst und siech wurde besonders für den ansteckenden Zustand der Aussätzigen (Leprakranken) gebraucht, weshalb siech und siechen nicht nur eine Wortsippe mit Sucht bilden, sondern auch mit dem Wort Seuche. 6 Einige damals gebildete Krankheitsbegriffe sind auch heute noch gebräuchlich, so vor allem Bleichsucht (spezielle Form der Blutarmut), Brech- und Eßsucht (Bulimia nervosa), Gelbsucht (Hepatitis), Fallsucht (Epi-lepsie), Schwindsucht (Tuberkulose) oder Wassersucht (Aszites).Die Trunksucht betrachtete man bis ins 18. Jahrhundert als Laster oder verkorkste Leidenschaft. Erst im Jahre 1784, als der einflußreiche Mediziner und Sozialforscher Benjamin Rush den Alkoholismus in seiner Untersuchung über die Wirkungen des Branntweins auf den menschlichen Körper und Geist als Krankheit definierte, erhielt der Begriff Sucht seine heutige Bedeutung: krankhafte Abhängigkeit. Sprachgeschichtlich wurde die Trunksucht damit zur Brücke für einen generellen Bedeutungswandel des Wortes Sucht, denn nicht nur weitere extreme Erscheinungsformen des Drogenkonsums wurden in der Folge als Sucht bezeichnet, sondern auch zunehmend andere durch übermäßig starkes Verlangen geprägte Verhaltensformen: Eifersucht, Sehnsucht, Herrschsucht, Spielsucht, Sexsucht, Fernsehsucht, Konsumsucht, Arbeitssucht und andere mehr. Der Begriff Sucht ist im gesellschaftlichen Diskurs negativ besetzt. Besonders deutlich kann man das an Begriffsbildungen wie Geldsucht, Gewinnsucht, Rachsucht, Ruhmsucht oder Zanksucht erkennen, die alle für moralisch verwerfliche Eigenschaften stehen. Kaum eine Assoziation zu diesen Begriffen ist frei von Abneigung und Abscheu. Begriffe wie Drogen-sucht und weit mehr noch Rauschgiftsucht sind für nicht wenige hierzulande die verbale Verkörperung eines bedrohlichen Schreckgespenstes, das einer Sturmflut gleich die liebgewordenen traditionellen Werte der eigenen leibhaftigen Kultur hinwegfegt und wie eine Welle über die abendländische Zivilisation hinwegrollt und in der Folge nur Krankheit, Elend und Tod zurückläßt. Verkörperung dieses einst über Jahre hinweg in den Medien kolportierten Szenarios seien willensschwache, haltlose und selbstzerstörerische Drogensüchtige und aso-ziale, verwahrloste, verkommen und gemeingefährliche Rauschgiftsüchtige.

Drogenabhängigkeit (Definition gemäß WHO)

Drogenabhängigkeit wurde 1964 definiert als „ein Zustand, der sich aus der wiederholten Einnahme einer Droge ergibt, wobei die Einnahme periodisch oder kontinuierlich erfolgen kann. Ihre Charakteristika variieren in Abhängigkeit von der benutzten Droge [...]" Die Drogenabhängigkeit wurde dann in sieben Kategorien nach sieben Stoffgruppen respektive Stoffe eingeteilt:

1. Morphine, 5. Amphetamine.

2. Barbiturate und Alkohol, 6. Khat und

3. Kokain, 7. Halluzinogene.

4. Cannabis.

Auch diese Kategorisierung löste zahlreiche Irritationen aus. So fragte man sich, warum die in ihrem Gebrauch fast ausschließlich auf den Jemen und Osten Afrikas beschränkte Khat-Pflanze als eigene Kategorie aufgenommen wurde; warum für die beiden Halluzinogene LSD und Cannabis gleich zwei getrennte Abhängigkeitskategorien eingerichtet wurden; und, nicht zuletzt, warum eigentlich Alltagsdrogen, wie etwa Nikotin oder Koffein, gar nicht erst thematisiert worden waren. Solche und ähnliche Fragen wurden von der WHO allerdings nicht erklärt, so daß zahlreiche Experten auf dem Gebiet der internationalen Drogenpolitik wie Sebastian Scheerer wohl zu recht konstatieren, alle Definitionen der WHO seien stets vom Leitmotiv geprägt gewesen, eine plausible Verbindung der vorherrschenden wissenschaftlichen Ansätze zur terminologischen Erklärung und Begründung der internationalen Suchtstoffabkommen herzustellen, da immer wieder neue Substanzen deren strengen Kontrollen unterworfen wurden. So mußte der Suchtbegriff immer weiter und notwendigerweise auch immer vager gefaßt werden. Offiziell wurde mit der Definition von 1964 die begriffliche Aufspaltung in psychische und physische Drogenabhängigkeit festgeschrieben und mit ihr ein substanzzentriertes Verständnis des Suchtbegriffs, der aber in seiner Präzisierung so undeutlich war, daß diese Definition wohl als eine strategische gedeutet werden muß, mit der „endlich der Weg frei war zur Einbeziehung aller irgendwie verdächtigen Stoffe in zukünftige Kontrollabkommen."

Psychische und physische Abhängigkeit (Definition gemäß ICD-10-Kriterien)

Gemäß den Richtlinien der WHO zur Klassifizierung der Krankheiten (International Classi-fication of Diseases, ICD) ist Abhängigkeit ein in verschiedenen Formen ausgeprägtes Ange-wiesensein auf bestimmte Substanzen oder Verhaltensweisen. Die Spannbreite geht dabei von einfachen Gewohnheiten bis hin zur Abhängigkeit mit erheblichem Zerstörungspotential. Als „verschiedene Formen" werden die körperliche (physische) Abhängigkeit und die seelische (psychische) Abhängigkeit unterschieden und nach dem folgenden Kriterienkatalog festge-stellt:

1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, die Substanz zu konsumieren

2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Substanz-  konsums

3. Substanzgebrauch mit dem Ziel, potentielle Entzugssymptome zu vermeiden oder akute Entzugssymptome zu mildern

4. ein körperliches Entzugssyndrom nach Absetzen des Substanzgebrauchs

5. Entwicklung und Nachweis einer Toleranz (Der Betroffene muß immer mehr von einer

Substanz einnehmen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Die Dosis muß immer mehr gesteigert werden)

6. Ein eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit der Substanz, wie beispielsweise die Tendenz, die Substanz nicht nur an den Wochenenden sondern auch an Werktagen zu konsumieren und die Regeln eines gesellschaftlich üblichen Konsumverhaltens (kultur-abhängig) außer acht zu lassen

7. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen oder Vergnügungen zugunsten des Substanzkonsums (Verschiebung der Prioritäten)

8. Anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen. Die schädlichen Folgen können körperlicher Art sein (z.B. Leberschädigung durch exzessiven Alkoholkonsum), oder sozialer Art (z.B. familiäre Trennung oder Arbeitsplatzverlust) oder psychischer Art (z.B. „Hangover" mit depressiven Zuständen nach Abklingen der Substanzwirkungen)
Sind drei oder mehr der acht Punkte innerhalb der letzten Monate erfüllt, dann ist man abhängig!
Die Punkte (3), (4) und (5) definieren die körperliche Abhängigkeit. Sind unter den zutreffenden Punkten die Punkte (3), (4) oder (5) enthalten, dann ist eine körperliche Abhängigkeit angezeigt, sind diese nicht enthalten, dann ist eine psychische Abhängigkeit gegeben.  
Die Kriterien zur Bestimmung einer Abhängigkeit orientieren sich also vor allem an den Folgen des Suchtverhaltens. Die Menge einer Substanz, die jemand konsumiert, ist für die Abhängigkeitsdiagnose nach ICD-10 unwichtig!

"Während die Zahl der drogenbedingten Anzeigen ansteigt – wobei die Polizeikräfte sich vor allem auf Cannabis-Konsumenten konzentrieren – sucht die Rechtsprechung in den meisten Ländern zunehmend nach Möglichkeiten, Haftstrafen für Drogentäter zu vermeiden, verhängt ‚milde‘ Strafen und wendet strafrechtliche Mittel nur als letzte Alternative an. Damit geben wir den Bürgern – und insbesondere den Jugendlichen – verwirrende und oft widersprüchliche Signale. Eine effektive Strafverfolgungspolitik in Bezug auf Drogendelikte muss konsequenter und damit glaubwürdiger sein."

MIKE TRACE, VORSITZENDER DES VERWALTUNGSRATES DER EBDD

    
    please, God--Not Aids

   

    

                                               

 

Drogen im Blickpunkt:

Drogenkonsumenten und die Gesetzgebung in der EU Gleichgewicht zwischen Bestrafung und Behandlung

 

Aidshilfe Adressen der Landesverbände

Forum "AIDS" Diskissions-Forum "AIDS"

Drogen-Forum Das Drogenforum


ISFF
Das Institut für Suchtforschung an der Fachhochschule Frankfurt am Main

 


heroinstudie.de
das Online-Informationsangebot über das bundesdeutsche
Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger.

 


Literatur:
"JES -Leben mit Drogen"
"DrogeHIV AIDS"

Bezug: kostenlos bei
Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
Dieffenbachstraße 33
10967 Berlin
http://www.aidshilfe.de

Cannabis, Hanf,  Haschisch

Hanf ist die deutsche Bezeichnung für Cannabis. Der wichtigste der psychoaktiven Inhaltsstoffe von Hanfprodukten ist Tetrahydrocannabinol (THC). Hasch wirkt je nach Stimmungslage beruhigend, schmerzlindernd, kann die Wahrnehmung steigern aber auch zu Apathie und Desinteresse führen. Seine Giftigkeit ist sehr gering. Cannabis lässt sich in drei verschiedene Grundarten einteilen: Cannabis indica, Cannabis sativa und Cannabis ruderalis.

Kokain

Kokain ist eine aus den getrockneten Blättern der Kokapflanze gewonnene Droge, die aber auch vollsynthetisch hergestellt werden kann. Diese Droge führt dazu, den Nutzer körperlich leistungsfähiger und geistig wacher zu machen. Sie kann über die Nase geschnieft, gegessen, gespritzt oder auf diverse Schleimhäute aufgetragen werden, wobei sie in gespritzter Form am Stärksten wirkt. Der Siegeszug des Kokains begann in Europa nach dem 1. Weltkrieg und hatte seinen Höhepunkt in den so genannten goldenen Zwanziger Jahren. Damals erfasste der Umgang mit der Droge, ausgehend von den vornehmen Salons, weite Kreise auch des gehobenen Bürgertums. Besonders unter Künstlern und anderen so genannten kreativen Berufen ist die Droge auch heutzutage immer noch stark verbreitet.

Heroin

Opium ist getrocknete Saft, der aus der Mohnpflanze (Papaver somniferum) gewonnen wird. Opium enthält verschiedene Opiate, z. B. Morphin. 1804 isolierte der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner einen Wirkstoff aus Opium, der für einen Rausch am wichtigsten ist. Er nannte ihn “Morphium”.  Zu den in der Szene gängigen Opiaten/Opioiden gehören Morphin, Heroin sowie Designerdrogen, die sich vom Fentanyl und Pethidin ableiten können. Der Anwender erlebt den Rausch als euphorischen, beschützenden Zustand. Als Hauptgefahr ist die Atemdepression anzusehen. Als Antidot steht u.a. Naloxon zur Verfügung. Bei fehlender klinischer Beatmungsmöglichkeit sowie bei Vergiftungen bei Kindern ist der Einsatz erforderlich. Stets muss aber die vergleichsweise kurze Halbwertzeit (30-45 Minuten) dieses Antidots bedacht werden.

Ecstasy

Bevorzugt für den Einsatz des Ecstasy wird die Substanz MDMA verwendet. Bei der Einnahme dieser Substanzen werden u.a. Adrenalin und Serotonin im Körper freigesetzt. Die Folge ist eine extreme Zunahme der körperlichen Leistungsfähigkeit und Veränderung der Wahrnehmung. Der Anwender ist kommunikativer, offener und gut gelaunt.


Wie verläuft eine HIV-Infektion?

HIV-Infektionen entwickeln sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, und jeder einzelne Verlauf zeigt in der Regel starke Schwankungen. Symptome können, müssen aber nicht auftreten. Und zwischen einzelnen Krankheitsphasen liegen oft lange Zeiten ohne körperliche Beschwerden. Selbst ein voll entwickelter Immundefekt kann bis zum Auftreten schwerster Erkrankungen zunächst ohne Krankheitszeichen (= Symptome) verlaufen. Wie stark sich HIV vermehrt und dadurch das Immunsystem schädigt, kann durch die Messung der "Viruslast" überprüft werden (= Zahl der Viren pro Milliliter Blut): Je höher die Viruslast, desto schneller wird das Immunsystem zerstört. Auch die Zahl der Helferzellen, gemessen pro Mikroliter Blut, gibt Auskunft über den Zustand des Immunsystems: Je weniger Helferzellen, desto ausgeprägter die Immunschwäche. In jedem Stadium aber kann man etwas für seine Gesundheit tun, unabhängig davon, ob man Symptome hat oder nicht: Zum einen kann man eine antiretrovirale Therapie machen. Zum anderen gibt es heute bessere Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung opportunistischer Infektionen. Außerdem ist es immer sinnvoll, das Immunsystem selbst zu unterstützen, z.B. durch gesunde Ernährung, Sport, Behandlung anderer Erkrankungen wie Hepatitis und die Vermeidung zusätzlicher Infektionen.

Akute HIV-Infektion

Etwa zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung können Beschwerden auftreten, die einer Grippe ähneln: Fieber, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Schluckbeschwerden, Mandel- und Lymphknotenschwellungen. Die Beschwerden halten meist wenige Tage oder Wochen an und verschwinden dann vollständig. Diesen Abschnitt bezeichnet man als "akute" oder "primäre" HIV-Infektion; er verläuft oft aber auch "klinisch stumm", das heißt, ohne deutlich erkennbare Symptome.
Während der akuten Infektion erkennt das Immunsystem das sich sehr rasch und massiv vermehrende Virus und setzt ihm körpereigene Abwehrzellen entgegen, z.B. Helferzellen, Suppressorzellen (CD8-Zellen; sie haben u.a. die Aufgabe, die Immunantwort zu bremsen; damit sie nicht überreagiert und sich möglicherweise gegen den eigenen Körper richtet) und Killerzellen (Immunzellen, die infizierte Zellen zerstören können). Zugleich produziert es so genannte Antikörper, die HIV bekämpfen sollen. Diese lassen sich in der Regel drei bis sechs Wochen, spätestens etwa zwölf Wochen nach der Ansteckung mit dem HIV-Test nachweisen.
Symptomfreies Stadium Dem Immunsystem gelingt es, eine Art Gleichgewicht zwischen Virusvermehrung und Virusabwehr zu erreichen. Vermutlich tragen Antikörper, Abwehrzellen und vom Körper gebildete lösliche Stoffe dazu bei, dass viele der ständig neu produzierten Viren sowie der von HIV befallenen Körperzellen zerstört werden. Dieses Gleichgewicht bleibt ohne antiretrovirale Therapie etwa fünf bis zehn Jahre stabil - abhängig unter anderem von der Fähigkeit des Immunsystems, HIV zu bekämpfen, der genetischen Ausstattung des Einzelnen, dem Lebensalter, ebenso von der Ernährung, den allgemeinen Lebensumständen, der seelischen Verfassung sowie von Vor- und Begleiterkrankungen. In dieser Zeit bemerken Menschen mit HIV kaum etwas von der Infektion. Jedoch kann es zu Veränderungen der Blutwerte kommen.

Symptomatisches Stadium

In dieser Phase der HIV-Infektion treten Infektionskrankheiten auf, weil das Immunsystem bereits deutlich geschwächt ist. Sie sind aber (noch) nicht lebensbedrohlich. Weitere Symptome sind Nachtschweiß, Fieberschübe, Lymphknotenschwellungen, Hautveränderungen, anhaltende Durchfälle, Pilzerkrankungen.
Die Krankheitszeichen, die bei einer HIV-Infektion auftreten können, sind im Einzelnen betrachtet unspezifisch, d.h., sie kommen auch bei vielen anderen Krankheiten vor. Ob ein Immundefekt vorliegt oder nicht, können deshalb nur Ärztinnen und Ärzte feststellen, die auf diesem Gebiet erfahren sind.

Aids-Vollbild

Treten bei einem schweren, durch HIV verursachten Immundefekt bestimmte Krankheiten auf, spricht man von "Aids". Dazu zählen z.B. die Pneumocystis-Pneumonie (PcP), eine Form der Lungenentzündung, oder infektiöse Erkrankungen anderer Organe, z.B. der Speiseröhre mit dem Hefepilz Candida albicans. Auch Viren wie Herpes simplex oder Herpes zoster können zu schweren Erkrankungen führen. Die häufigsten Tumorerkrankungen im Zusammenhang mit Aids sind durch Viren bedingte Krebsarten, z.B. das Kaposi-Sarkom oder der Gebärmutterhalskrebs sowie Lymphome (bösartige Tumoren des Immunsystems).
Weil HIV auch die Zellen des Zentralnervensystems schädigen kann, können im Verlauf der HIV-Infektion Nervenentzündungen und Hirnleistungsstörungen auftreten, die meist langsam und unauffällig beginnen.

Quelle
Auszüge aus unseren Broschüren

"HIV/Aids. Heutiger Wissensstand" (29., überarbeitete Auflage, Berlin 2004)
"kombinationstherapie" (4., überarbeitete Auflage, Berlin 2004)

"Hidden risks"

Um «versteckte Risiken» (insbesondere mit Blick auf die HCV-Übertragung) wie etwa Hygienelücken und bisher unbekannte Übertragungsmuster zu analysieren und entsprechende Präventionsansätze zu entwickeln, muss man ethnografische Methoden wie die teilnehmende Beobachtung oder ähnliche Mittel anwenden. Etwa qualitative sozialwissenschaftliche Forschung, Videoaufnahmen. Einen Studie zur Injektionsvorbereitung und -durchführung zeigte, dass die meisten Konsumenten die Einstichstelle nach dem Herausziehen der Nadel mit dem Daumen abdrücken, um die Blutung zu stoppen, sich aber danach nicht mehr die Hände wuschen Sie sind somit potenzielle HCV-Überträger! Dieses verbreitete Verhalten ist bisher in kaum einer Präventionsbotschaft aufgegriffen worden!

Vom Schlüssel zur Funktion" Genforschung in der GSF

Meister im Versteckspiel - das HI-Virus -

Der Erreger der Immunschwäche Aids,das HI-Virus kann bestimmte Zellen, beispielsweise Astrozy- ten,infizieren, ohne sich darin zu vermehren -es baut lediglich sein Erbgut in das der Wirtszelle ein. So
kann das Virus längere Zeiträume "schlafend " überdauern,, um dann ganz plötzlich aktiv zu werden. Diese Strategie verfolgen viele Viren; wer an Herpes leidet, kennt sie zur Genüge. Warum passiert in dieser Ruhe- phase nichts? Eine Reihe von Zellen kann die Expression, d.h. ihre Ablesung und Übersetzung drosseln. So beobachten Wissenschaftler am Institut für Molekulare Virologie häufig, dass infizierte Zellen virale Steuerungsfaktoren enthalten, ohne Virus-Partikel zu produzieren. Wie funktioniert diese Bremse? Schlüsselfaktor für die Vervielfältigung ist ein Protein namens Rev. Rev bindet sowohl an bestimmte Strukturelemente in HIV RNA Moleküle als auch an Exportin, ein Eiweiß, das erst zusammen mit Rev überhaupt entdeckt wurde. Es stellte sich heraus, dass Exportin -wie es schon der Name erahnen lässt - für den Transport einer Reihe von Proteinen aus dem Zellkern in das Zytoplasma verantwortlich ist. Dieses Beispiel zeigt, wie man virale Bestandteile nutzen kann, um Funktionen von zellulären Genen aufzuklären, erklärt Ruth Brack-Werner. Am Institut für Molekulare Virologie beschäftigt sich die Arbeitsgruppenleiterin mit dem Immunschwächevirus und seinen Tricks. "Wir beobachten, dass Viren zelluläre Funktionen stören oder sie nutzen - und erst dadurch wissen wir von diesen Funktionen." Sie fand heraus, dass Rev, das eigentlich bevorzugt im Zellkern vorkommt, sich bei infizierten Astrozyten im Zellplasma ansammelt. Den Zellkern trifft daran keine Schuld - es sind "Faktoren im Cytoplasma ", die den Transport zwischen Kern und Plasma hemmen. Besonders spannend dabei ist die Aussicht, HIV-inhibierende Faktoren im menschlichen Genom zu identifizieren. Viren sind bei ihrer Vermehrung zwingend auf die lebenden Zellen des Wirts angewiesen. Dieses Parasitendasein macht sie zu Experten für die Nutzung des Zellstoffwechsels. Gleichzeitig unterliegen sie aber der Kontrolle des Immunsystems, das den Wirtsorganismus vor dem mikrobiellen Eindringling schützen soll. In Millionen Jahren der Koexistenz mit ihren Wirten haben Viren daher gelernt, wie sie die Immunkontrolle des Wirtes mit Hilfe eigener regulatorischer Proteine manipulieren können.
              © Institut f. Molekulare Virologie


Beispielhafte Darstellung der typischen intrazellulären Lokalisation von HIV-1 Rev fusioniert mit dem grünen Fluoreszenzprotein (Rev-GFP) in Kontrollzellen (HeLa) und in Astrozytenkulturen (U138MG).
Der Anteil von Rev-GFP ist im Zytoplasma der Astrozyten erhöht.Links sind die Fluoreszenz-, rechts die Phasenkon- trastbilder gezeigt.Die Kerne der Astrozytenbilder sind im Phasenkontrastbild angefärbt.Die Umrisse der Gesamtzelle (total),des Zellkerns (nucleus)und eines Hintergrundsegments (bg)sind angedeutet.

Inhaltsverzeichnis

 

 

Prima Klima

EVOLUTION
Homo sapiens
ein Chaot oder doch lernfähig?


Visionen
Zukunft

 

 

Der Kosmos
oder: Sternzeit 000001






PRIMA KLIMA

 

 

 

 

VULKANE
heiss und
gefährlich

 

 

Infos über Ganztagsschulen
Jugend für Europa




"Abenteuer Schule"
Forschungslabore
-Schubkraft für die Schulen-

Diagnose:
KREBS
bei Kindern
    Drogen sind verlogen

denn ohne Ziel gibt es keinen Weg


Alles Nano oder was?
Aktuelles aus der Forschung

 

Vom Affen
gebissen?

 

Die Brückenbauer - Forschung
als Verbindung zwischen
Mensch und Natur

Die Natur als Ingenieur (Bionik)

DER QUERDENKER

Albert Einstein

NOIW ««Nordiesche im Web»» (Schlittenhunde) Tierschutzseite der NOIW Mecker -und Lob-box (e-mail)

wer weiss was