Der Wille zum Siegen........


                                                                    

Deutsche Meisterschaft in Oberwiesenthal 1999.

Kurz nach dem Start eines 4-Hunde Teams kam es zu einer Verwicklung. Die Musherin setzte den Schneeanker, doch die volle Power-Kraft der noch frischen Hunde riss ihn los. Das Team kam noch einige Kilometer weit, bis ein Baum das führerlose Gespann jäh stoppte.

Ein Team ohne Musher ist immer in höchster Gefahr!

Die nachfolgenden zwei C-Gespanne brausten in vollem Tempo an der Musherin vorbei, die völlig alleine durch den Schnee lief.
Erst ein folgender Musher (auch er hätte noch "Vize-Meister" werden können) erkannte die Situation und handelte sofort. Er nahm die Musherin auf seinen Schlitten mit. Ein noch folgender Musher übernahm dann die Musherkollegin und fuhr sie bis in das Ziel zurück.

Der Wille zum Sieg auf Kosten der Schlittenhunde?  Wo bleibt das Fair-Play unter den Mushern?

Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft und auch der Gewinn der Vize-Meisterschaft berechtigt zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Sils/Schweiz.
Diese Musher wussten, was alle Spatzen von den Dächern pfiffen, die WM in Sils wird über den Charakter einer Europameisterschaft nicht hinauskommen. Sponsoren hatten sich zurückgezogen, die IFFS hat kein Geld in den Kassen und somit gingen die Top-Teams aus Nord-Amerika, Alaska und Kanada nicht an den Start. Es bildet sich ein rein europäisches Teilnehmerfeld.

Es hat diesmal keine Opfer gegeben, alle Hunde sind zurückgeführt worden, keiner hatte Verletzungen.

Das es auch  anders geht, das zeigen Beispiele vom Iditarod:

  (Nome 1995) Freilaufender Welpe schliesst sich Jeff King und seinem Hundeteam an.                                                                            
Ca. 120 Meilen vor Nome hatte J. King eine Begegnung ganz besonderer Art .
Ein grosser Welpe mit riesigen Pfoten und Schlappohren rannte hinter seinen
Gespann her.
Als King einmal anhielt, um etwas bei seinen Hunden zu richten, und er sich wieder
umdrehte, sass der Welpe schwanzwedelnd in seinem Schlitten.
King wurde beim 1995 Iditarod siebter.                                                                                                                                              

I D I T A R O D
"Sie sind alle möglichen Variationen von phantastisch".
Das waren die begeisternde Worte von Jeff King aus Denali Park,
nachdem er der 13. Champion in der 21jährigen Geschichte des
Iditarod-Rennens geworden ist. Es waren seine Hunde, die die wirkliche Geschichte ausmachten.
"Sie können einen Kurs wie diesen nicht in einer solchen Zeit zurücklegen, wenn sie nicht fabelhaft sind"
King rasierte fast vier Stunden von dem 1992 von Martin Buser aufgestellten Rekord ab, obwohl der Trail
in diesem Jahr über die längere südliche Route führte und von den neuen Rennregeln zwölf zusätzliche Ruhestunden vorgeschrieben wurden.
In 10 Tagen, 15 Stunden, 38 Minuten und 15 Sekunden durchfuhr Jeff King
am 17. März 1993 den Zielknochen in Nome.

C.J.'s Wünsche begleiten King nach Nome;
Gedanken an ein sterbendes Kind leiteten den Champion 1996.
Ein paar Tage bevor das Iditarod am 2. März 1996 begann, traf King den neunjährigen Kolbe aus
Saratoga, N.Y. mit seinen Eltern und zwei Geschwistern. Kolbe hat Krebs. Die Make-A-Wish-Foundation
brachte den kleinen Jungen nach Alaska. Er durfte die ersten 7 Meilen nach dem Start in Kings Schlitten mitfahren. Die Organisation liess Kolbes Wunsch, einmal in einem Hundeschlitten mitzufahren, Wirklichkeit werden.
King und seine Frau, Donna Gates, haben selber drei Kinder.
Vor dem Rennen gab Kolbe King einen Glückspfennig als Geschenk. King schnitt die Spitze eines Hand-
schuhes ab. steckte die Münze in diese Tasche, nähte sie zu, band sie dann an einen Schnürsenkel und
hängte sie sich als Glücksbringer um den Hals.
Als er nach 9 Tagen, 5 Stunden und 43 Minuten, das war die zweitschnellste Zeit, die jemals beim Iditarod
gefahren wurde, unter dem hölzernen Torbogen stand, mit schweissverklebten Haaren, stoppelbärtigem
Kinn und schwankend vor Müdigkeit, zögerte King keinen Moment, als er gefragt wurde, was er von der
rauhen Fahrt über eisigen, unruhigen Trail im Gedächtnis behalten werde.
"Ich werde hauptsächlich an C.J. Kolbe denken", sagte er.
Aus New York sandte C.J. ein Glückwunschtelegramm, das laut verlesen wurde. C.J. unterschrieb es:
"I love you Jeff".

1998 Im Sturm zum 3. Sieg. Die letzte Meilen von White Mountain an der Küste entlang waren die
Schwersten, seit er Schlittenhunderennen fährt. Der Schneesturm habe erbarmungslos gewütet.
der Sturm bliess so stark, dass der Schlitten zur Seite gedrückt wurde und er eine Reihe von Trailmarken umknickte. Wieder gilt der Dank seinen Hunden, besonderes Lob fand er für seinen Leader "Red", ein sehr grosser Rüde und an Jenna seine zweite Leithündin. "Beide haben mich nach Nome gebracht"
sagte Jeff King. Das Rennen dauerte für Jeff King 9 Tage, 5 Stunden und 52 Minuten.
Quelle: SHM v. 1993, 96 u. 98


Das größte Ärgernis auf Rennveranstaltungen - Der Überholvorgang
Da ist zum einen der Bursche, der einfach nur mit Tricks zu überholen ist,  wenn man hinter ihm ist;
zum anderen der Kerl, der einen buchstäblich auffordert, seine Hunde schlafen zu legen und am Bettpfosten festbinden soll, bevor er mich überholt (und dann in eine monumentale Verwicklung gerät, die zu entflechten vielleicht 15 Minuten dauert).

Der Bursche, den man nicht überholen kann, hat eine Menge mit dem Musher gemeinsam, den selbst
George Attla nicht überholen kann. Er hat immer mindestens 15 Hunde vor dem Schlitten, natürlich alle
an 2,40 Meter langen Tuglines. Der fragliche Überholvorgang geschieht stets an einer Stelle, wo der
Trail nur 60 cm breit ist - mit dichtem Wald auf beiden Seiten - und sein Team läuft natürlich in der Mit-
te des Trails. Er hat zwei verschiedene Methoden, um uns hinter sich zu halten. Die erste und häufigste
Methode ist die grosse Beisserei. Während er auf seine Hunde zustürzt, ruft er Dir zu: "Geh" nur vorbei,
ich habe alles im Griff!", ohne darauf zu achten, wo und wie Du dieses Kunststück vollbringen sollst,
wo doch seine Wheeldogs sich gerade in Deinen Leadern festgebissen haben.

Die zweite, subtilere Methode ist seine Art, die Bremse just in dem Augenblick loszulassen, in dem
Deine Leader seinen Bushbow erreicht haben. Während er Dir über die Pfoten Deiner Hunde fährt,
kreischt er: "Bleib einen Moment stehen, bis ich sie gestoppt habe!" und zieht dabei wieder um drei
Meter vor. Wenn Du ihn erneut erreicht hast, schlägt er vielleicht vor, daß Du für den Rest des Ren-
nens hinter ihm bleibst, weil er ganz sicher ist, Dich wieder zu überholen, sobald das nächste flache
Stück kommt.

Nun zu dem Musher, den Du nicht überholen kannst, egal, was Du machst.............
Als erstes ist er derjenige, der sich den Start in Fünf-Minuten-Abständen wünscht, und natürlich hofft er, die Startnummer 1 zu ziehen. Du ahnst schon, was er von der 125-%-Regel hält.
(Erklärung: Bei lizensierten Rennen werden die Teams, die 125 % über der Bestzeit liegen, aus dem Rennen genommen).
Der Gedanke, auch nur ein anderes Team überholen zu müssen, bereitet ihm schlaflose Nächte.
Ist er nun mit seiner Chaotentruppe auf dem Trail, sei dem Himmel dank für die guten Nerven eines
jeden, der auf dem Trail bleibt, wenn er in der Nähe ist. Er fängt an, "Trail! Trail! zu brüllen, wenn Dir
ein Blick über die Schulter zeigt, dass irgendwo in der Ferne hinter Dir ein paar kleine Punkte auftauchen. Nach einiger Zeit siehst Du dann das Weisse in seinen blutunterlaufenen Augen: Er röhrt: "Zieh sie herüber! Halt an! Trail, verdammt noch mal!" Und Dein ganzes Team liegt mit eingekniffenen Schwänzen platt auf dem Bauch neben dem Trail und erwartet den leibhaftigen Teufel mit Dreizack. Nachdem Deine Wheeler wahrscheinlich gerade Deine Swingdogs niedergerannt haben und Du am Boden liegst und versuchst, den Schneeanker im Unterholz oder irgendwo anders zu setzen, sagt er: "Würdest Du bitte nach vorne gehen und Deine Leader festhalten", - in einen ganz vernünftigen Tonfall. Dann schleicht er sich vorbei, gerade weit genug, um seine Hunde in einem furchtbaren Knäuel sechs Meter quer über den Trail auszubreiten. "Bleib' gerade eine Sekunde stehen", sagt er wiederum ganz ruhig und wirft sich ins Getümmel, um sich dort mit gemurmelten Flüchen genau so lange aufzuhalten, wie Dein Zeitvorsprung gegenüber dem Letztplazierten war.
Schließlich, um es auf die Spitze zu treiben, kommst Du hinter einem solchen Musherschreck ins Ziel, - wo jener einen Protest gegen Dich anbringt................
(T & T 1987, Übers. D. Oyen)

 

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