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Marie Curie (1876-1934) wurde 1903 zusammen mit ihrem Ehemann Pierre und Ihrem Doktorvater Henri Bequerel mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Als erste Frau in Frankreich übernahm sie 1906 eine Professur an der Pariser Sorbonne. Für ihre Entdeckung des Radiums und das Poloniums wurde sie 1911 zum zweiten Mal mit dem Nobelpreis geehrt, diesmal für Chemie.
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Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht Kohlendioxid, ein Treibhausgas, das die Sonnen- strahlung absorbiert. FUSION: eine sicher und nachhaltige Energiequelle Kernfussion eröffnet die Möglichkeit wesentlich zu einer
emissionsfreien und zuverlässigen langfristigen Energieversorgung beizutragen.
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| Die Befragung der Materie Wieso springt ein Gummiball in die Höhe, wenn man ihn auf die Erde wirft,
während ein Glas zerbricht? Antworten auf solche scheinbar einfachen Fragen suchen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. |
Rohstoffe
der Kernfusion
75 mg Deuterium Zu finden in: Energieinhalt:
2 Litern Wasser
48 000 Millionen Joule |
Kernfusion - die Quelle der Sonnenenergie Die Sonne gewinnt Energie durch Kernfusion, indem sie Wasserstoff zu
Helium verwandelt. Bei einer solchen Reaktion wird etwa ein halbes Prozent der
Wasserstoffmasse in Energie verwandelt, gemäss der bekannten Formel von Einstein E = mc2,
die Masse und Energie in Beziehung setzt. Diese Energie entschwindet als
elektromagnetische Strahlung, also Licht, und geht beinahe völlig in den Tiefen des
Weltraums verloren. Weniger als ein Teil aus einer Milliarde kommt davon auf unsere Erde
an, sorgt aber immer noch für eine ausreichende Energieversorgung, die den
Wasserkreislauf, Wind und Leben für Milliarden von Jahren aufrecht erhalten hat. Fusion ist eine der wenigen nachhaltigen Energiequellen, die die Menschheit langfristig versorgen kann. Tatsächlich bietet die Fusion die Aussicht auf einen sicheren Betrieb und hohe Umwelt- verträglichkeit, sowie eine weithin verfügbare und sichere Brennsoffversorgung. Einmal entwickelt, wird die Fusion eine wichtige Rolle bei der Grundlast- versorgung spielen, zusammen mit anderen Energie erzeugungs- technologien, die ebenfalls die oben genannten Anforderungen erfüllen. Keine schädlichen radioaktiven Emissionen Die Ausgangsmaterialien des Fusionsbrennstoffs Die "Achse" des Fusionsvorgangs ist eine geringe Menge des Edelgases Helium, das ebenfalls nicht radioaktiv ist. Umfangreiche Sicherheitsstudien haben gezeigt, dass ein Fusionskraftwerk ohne das Risiko radioaktiver Emissionen arbeitet, die schädlich für Mensch und Umwelt sein Könnten. Die maximale Menge von Tritium, die bei allen erdenklichen internen Unfällen austreten könnte, ist so gering, dass das Gebiet ausserhalb der Umzäunung des Kraftwerks- geländes nicht evakuiert werde muss. Quo vadis Kernfusion? Europa und seine internationalen Partner erörtern nun den Bau einer
grosstechnischen Versuchsanlage, des "Next Step", der als ITER bezeichnet wird.
Dieser wird auf den Erfolgen der bahnbrechenden Experimenten am JET sowie in europäischen
Anlagen mittlerer Grösse aufbauen. Plasmabelastete Materialien unterliegen in Fusionsan- lagen hohen
Belastungen durch die Wärmeabstrahlung aus dem Plasma und durch energiereiche Plasma-
teilchen wie Elektronen, Ionen und Atome, die auf die Materialoberfläche treffen. Die
Forschungsarbeiten im Bereich Materialforschung befassen sich daher mit der Entwicklung
und Untersuchung von möglichst robusten Materialien für die plasmabelasteten Komponenten
von Fusionsanlagen. Die Zukunft Die Fusionsenergie könnte in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts
zur emissionslosen Erzeugung von Grundlastsstrom in grosstechnischen Massstab beitragen.
Die Fortschritte bei der Fusionsener- gieforschung rechtfertigen weiterhin intensive
Anstrengungen zur Verwirklichung des lang- Die Ergebnisse des ITER werden die Grundlage für den Bau eines ersten Kraftwerks bilden, das signifikante Elektrizitätsmengen erzeugen und den sicheren und zuverlässigen Betrieb eines Fusionskraftwerks demonstrieren soll. Ab der Mitte des 21. Jahrhunderts könnte die Fusion einen wichtigen Beitrag zur Energieerzeugung weltweit werden. |
Kernfusion auf unserer Erde Wasserstoffatome verschmelzen in der Sonne und den Sternen unter dem
extremen Druck der 2 + 3 = 4 + 1 + Energie
100 Millionen Grad Celsius Um verschmelzen zu können müssen die Atomkerne mit genügend kinetischer Energie (d.h. Geschwindigkeit) versehen werden, damit sie bei der Kollision ihrer wechselseitige elektrostatische Abstossung überwinden können. Diese kinetische Energie wird durch Aufheizen des Brennstoffs auf sehr hohe Temperaturen erreicht. Für die Fusion von Deuterium und Tritium beträgt die benötigte Temperatur zwischen 100 und 150 Millionen Grad Celsius. Bei solchen Temperaturen ist der gasförmige Brennstoff vollständig ionisiert und bildet so ein "Plasma". Das Plasma darf nicht mit den Wänden des Vakuumgefässes in Kontakt kommen, da ein Teil der Wandoberfläche verdampfen würde. Das Plasma würde sich aufgrund der Verunreinigung sofort abkühlen und die Bedingungen für das Auftreten der Fusionsreaktion nicht mehr erfüllen. Magnetische Gitterstäbe Die frei beweglichen negativen Elektronen und positiven Kerne geben dem Plasma die Eigenschaft einer elektrischen Leiters. Wo sich Ladungsträger bewegen, also elektrische Ströme fliessen, entstehen nach einem Naturprinzip immer magnetische Felder. Umgekehrt verändern Magnetfelder auch den Stromfluss; sonst würde kein Transformator funktionieren. Strom erzeugt Magnetfelder, Magnetfelder verändern den Strom: Auf dieser doppelten Wechselwirkung beruht auch der magnetische Plasmaeinschluss. In der Mitte der stromdurchflossenen Spulen bildet sich ein
mehrschichtiges System (Torus) mit parallelen Magnetfeldlinien aus magneti- sche
Gitterstäbe. Die Geometrie des Spulen- Tokamak und Stellarator Bei der ersten Variante, wird der vom Spulenkranz erzeugte toroiadale Magnetkäfig durch ein zweites Magnetfeld überlagert. Diese bezieht seine Kraft aus einem im Plasma fliessenden Ringstrom. Träger des Stroms sind die Elektronen des Plasmas, deren Bewegung, wie der Stromfluss in der Sekundärspule eines Transformators, durch elektrische Induktion angetrieben wird. Anordnungen der Haupt-Magnetfeldspulen im Tokamak und im
Stellator zum Einschluss von .Blick in das Plasma
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Wass passiert, wenn es so richtig
kracht? Experimentieren mit COSY ist fast wie Billard spielen. Denn: Im
COSY schießen die Forscher mit beschleunigten Protonen (blaue Billard-kugel) auf ruhende
Protonen diese sind ent-weder nackt" (rote Billardkugel im Bild links
und Mitte) oder verpackt" in einen Atomkern (mehrere Billardkugeln im Bild
rechts). Manchmal werden dabei neue Teilchen erzeugt (Bild Mitte und rechts) hier
hört die Billard-Analogie dann auf. Doch auch ein anderer Spielzug" ist
wichtig (Bild links) beim Billard wie beim COSY: ![]() Der Physiker nennt
diese Art der Reaktion elastische Streuung" elastisch des-halb, weil
kein neues Teilchen entsteht, sondern die Kugeln lediglich" in
unterschiedlichen Mit dem COSY-Experiment EDDA haben Physiker aus Bonn und Hamburg die
elastische Streuung untersucht, sowohl mit unpolarisierten als auch mit polarisierten
Protonen: |
Letztere entsprechen
Billardkugeln, die nicht nur rollen, sondern zusätzlich einen bestimmten Drall (Effet)
haben. Die Forscher haben gemessen, unter welchen Winkeln die Protonen davon fliegen.
Dabei stellten sie fest, dass die elastische Streuung wesentlich komplizierter abläuft
als zunächst vermutet. Wie bei den übrigen COSY-Reaktionen spielt der Austausch
verschiedener Mesonen zwischen den wechselwirkenden Protonen eine Rolle. Das
EDDA-Experiment ist inzwischen erfolgreich
abgeschlossen. Quelle: Forschungszentrum Jülich |
| Die Bildung neutraler
Wasserstoffatome aus freien Protonen und freien Elektronen ist ein weiterer Meilenstein in
der Geschichte des Universums. Dies geschah etwa 300.000 Jahre nach dem Urknall. Das Universum war zu diesem Zeitpunkt tausendfach kleiner und seine Temperatur tausendmal höher als heute. Vorher lag die Materie als ein Plasma, bestehend aus Protonen, einigen leichten Atomkernen und Elektronen, vor. Erst als die Temperatur unter etwa 3000 Kelvin gesunken war, konnten sich Protonen und Elektronen zu Wasserstoff verbinden. Auf diese Weise entstanden die ersten riesigen Wasserstoffwolken im Uni- versum, die das Ausgangsmaterial für die Bildung von Sternen und die Elementsynthese bildeten.Übergang: Von Wasserstoffplasma in Wasserstoffgas. ![]() Quelle: Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), Darmstadt |
![]() Übergang vom Quark-Gluon-Plsma (oben) zu freien Protonen und Neutronen (unten) Quelle: Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), Darmstadt |
| Mit Beschleunigeranlagen und
Lasern können die Physiker das Verhalten von heißen Plasmen und von hochionisierten
Atomen untersuchen, wie sie am Anfang des Universums existierten und heute noch im Inneren
von Sternen vorkommen. Auch hier haben die Forscher neue Rekorde aufstellen können. So
gelang es ihnen, Uran, das schwerste natürliche Atom im Periodensystem, in einem Zustand
zu präparieren und zu speichern, in dem alle 92 Elektronen abgestreift sind. Dies
entspricht Plasma- temperaturen von etwa einer Milliarde Kelvin. Die Unter- suchung
solcher exotischen Atomsysteme erlaubt Einblik ke in die grundlegende Struktur der
elektromagnetischen Wechselwirkung.
Bildfolge: Ablauf einer Kern-Kern Kollision zur Erzeugung des Quark-Gluon-Plasmas Die Vernichtungsschlacht Materie und Antimaterie zerstrahlen.Ungefähr eine millionstel Sekunde nach dem Urknall bei einer Temperatur von etwa 1013 Kelvin zerstrahlten in einer regelrechten Vernichtungsschlacht Materie- und Antimaterie-teilchen zu Photonen. Vorher war die Energiedichte so hoch, dass ständig neue Materie- und Anti-materieteilchen entstehen und wieder zerstrahlen konnten. Dabei kam es durch eine kleine Asymmetrie der Naturgesetze zu einem winzigen Überschuss von Materie- zu Antimaterieteilchen. Dieser überlebte in der anschlies- senden Vernichtungsschlacht und es blieb ein Materie- teilchen auf eine Milliarde Photonen übrig. Dieser kleinen Asymmetrie verdanken wir das Überleben der Materie im Universum und damit unsere Existenz. Bild (links): Entstehung von Teilchen und Antiteilchen aus energiereicher Strahlung (Photonen) Bild (rechts): Vernichtung von Teilchen und Antiteilchen in
energiereiche Strahlung (Photonen). Quelle: Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), Darmstadt
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Das Standardmodell kennt zwei
Teilchenfamilien, die Quarks und die Leptonen. Im Baukasten der Natur gibt es jeweils
sechs Fächer für sechs verschiedene Sorten und genauso viele Fächer für die
Antiteilchen (untere Baukasten-schubladen). Die Einordnung in drei Generationen (I, II,
III) erfolgt nach der Masse der Teilchen. Quarks treten in drei verschiedenen Farben
(rote, grüne, blaue Kugeln) und ihre Antiteilchen in den entspre- chenden Antifarben
(cyan, magenta, gelb) auf. Die Austauschteilchen im Deckel des Bauka- stens sind der
Klebstoff" der Natur: Die Gluonen beispielsweise kleben" Quarks
aneinander, wobei die Hadronen entstehen. Die bekannte sichtbare Materie besteht lediglich
aus den zwei leichtesten Quark-Sorten, dem up" und dem down", und
aus den punktförmigen Elektronen alles Teilchen der Generation I. Die schwereren
Teilchen der Generationen II und III sind alle instabil und zerfallen in
Gene-ration-I-Teilchen. Warum es diese schweren Teilchen gibt, warum es gerade drei
Generationen sind und ob es möglicher- weise noch mehr Teilchen gibt oder ob Quarks und
Leptonen vielleicht gar nicht elementar sind, das weiß bis heute niemand. Standardmodell: derzeit akzeptiertes Modell zur Beschreibung der elementaren Vorgänge in der Teilchen- physik, bestehend aus QCD und der elektroschwachen Theorie (Theorie der elektromagnetischen und schwachen Wechselwirkung). Quelle: Forschungszentrum Jülich Der Baukasten der Natur Alle Materie besteht aus Atomen. In einem einfachen Atommodell kreisen punktförmige, negativ geladene Elektronen um einen kom-pakten Atomkern ähnlich wie Planeten um die Sonne. Die Bausteine des Kerns heißen Nukleonen. Zu ihnen gehören die ungeladenen Neutronen und die positiv geladenen Protonen. Da ein Atom nach außen elektrisch neutral ist, muss es genauso viele Elektronen in der Hülle wie Protonen im Kern haben. Beim Sauerstoff sind es acht, beim Wasserstoff nur eins, beim Eisen 26 und beim Uran 92. Angenommen, ein Wasserstoffatom hätte einen Durchmesser von 200 Metern, dann wäre sein Kern gerade einmal so groß wie ein Stecknadelkopf, also etwa zwei Millimeter. Das bedeutet, dass mehr als 99,999 Prozent des Atoms und damit der materiellen Welt leer sind. Fast die gesamte Masse eines Atoms steckt im Kern: Aufge- blasen auf zwei Millimeter würde er mehrere Millionen Tonnen wiegen. |
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Was kann die Kurzzeitlasertechnologie? Prof. Dr. Ferenc Krauz Laser erzeugen Attosekunden-Lichtpulse Im
Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching wird in zwei Forschungsprogrammen: der
Attosekundenspektroskopie und der Erzeugung extrem kurzer Lichtpulse höchster
Intensität. |
Die neue Herausforderung heisst: T E S L A. Unter dem Namen TESLA werden bei DESY in internati- onaler Zusammenarbeit seit 1002 Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für zwei zukünftige Projekte der Grundlagenforchung durchgeführt, die einmalige Forschungsmöglichkeiten sowohl für die Teilchen- physik als auch für Festkörperphysik, Chemie, Materialforschung und Strukturbiolgie eröffnen werden: einen 33 km langen supraleitenden Linearcollider mit einem Detektor für hochener- getische Elektron-Positron-Kollisionen sowie einen Röntgenlaserlabor mit neuartigen Freie-Elektro- nen-Lasern und zehn Experimentierstationen.
Der Freie-Elektronen-Röntgenlaser im Aufbau. In dem so
genannten Undulator, einer Anordnung mit vielen Magneten, entsteht das kurzwellige
Laserlicht. Femtosekunde |
Was ist TESLA? TEV-Energy Superconducting Linear Accelerator, supraleitender linearer Beschleuniger für Tera Elektronenvolt-Energien. (Tera ist die wissenschaftliche Abkürzung für 1000 Milliarden Elektronenvolt (eV) ist die in der Teilchenphysik benutzte Energieeinheit. Ein Elektronenvolt ist die Energie, die ein Elektron gewinnt, wenn es mit einer elektrischen Spanung von einm Volt beschleunigt wird).
mit ultraschnellen Lasern lassen sich chemische Reaktionen
«filmen» Gesucht: Higgs Computersimulation des Zerfall eines Higgs-Teil- Die Entdeckung des Higgs-Teilchens wäre eine Sensation, doch um den
Mechanismus, der die Masse macht, wirklich aufzuklären, müssen die Eigenschaften des
Higgs-Teilchens genau untersucht werden. Das ist die Stärke eines
Elektron-Positron-Linearcolliders wie TESLA. Dank seiner hohen "Trefferrate",
also der Anzahl mitein- ander kollidierender Teilchen, ist er eine wahre
"Higgs-Fabrik" und erlaubt Präzisions- messungen, die uns ermöglichen, die
Rolle der Higgs-Teilchen in der Natur genau zu verstehen - oder eine alternative
Erklärung für die Teilchenmassen zu finden.
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![]() Magnetentwicklung
bei LHC: Der "String 2" genannte Aufbau |
Der LHC-Beschleuniger kann mit Protonen und Schwerionen betrieben werden, die zur Beschleunigung in zwei getrennten Vakuumröhren geführt und bei Erreichen der Endenergie im Zentrum der Detektoren zur Kollision gebracht werden. Zu den wichtigsten Komponenten des Beschleunigers gehören die supraleitenden Magnete, welche die Teilchen auf ihrer Bahn halten. Eine technische Herausforderung ersten Ranges ist die einwandfreie Produktion von ca. 1300 solcher Dipolmagnete mit Feldstärken, wie sie noch nie zuvor in einem Beschleuniger erreicht wurden (9 Tesla). Die jeweils 15 Meter langen Dipolmagnete wurden speziell für LHC bei CERN entwickelt. Sie sind so konzipiert, dass sie beide Vakuumröhren beinhalten und in einem einzigen Kryostaten Platz finden. Die Dipol- und Quadrupolmagnete, die zur Fokussierung der Teilchenstrahlen notwendig sind, werden bei einer Temperatur von 1,9 Kelvin betrieben, der Rest des Beschleunigers bei 4,5 Kelvin. Auch die acht Beschleunigungsstrukturen, die für jeden Protonenstrahl ein Beschleunigungsfeld von 5 Megavolt pro Meter (MV/m) erzeugen, werden supraleitend gebaut. Die Supraleitungstechnologie findet somit im LHC eine Anwendung von bisher noch nie dagewesenem Maßstab. |
Umwelt und Sicherheit Der TESLA-Linearcollider erzeugt weder Lärm noch giftige Abgase, er kann auch nicht explodieren. Allerdings erzeugt er im Betrieb Strahlung, so dass sich Menschen nicht in seiner unmittelbaren Nähe, also in dem unterirdischen Tunnel, aufhalten dürfen, wenn der Beschleuniger eingeschaltet ist. Da aber der TESLA-Tunnel tief genug unter der Erdoberfläche verläuft, ist die nach oben gelangende Strahlung vernachlässigbar gering: Ihre Stärke wird an der Erdoberfläche weniger als ein Zehntel - auf dem größten Teil der Strecken sogar deutlich weniger als ein Hundertstel - der natürlichen, stets in unserer Umwelt vorhandenen Strahlung betragen. Diese Angabe beruht auf Berechnungen und Erfahrungswerten der DESY-Wissenschaftler und ist durch zwei unabhängige Gutachten vom Öko-Institut in Darmstadt und vom TÜV Nord in Hamburg bestätigt worden. Bei einer Betriebsstörung wird die Beschleunigung der Teilchen sofort gestoppt. Die gerade im Tunnel befindlichen Elektronen oder Positronen werden in Strahlabsorber tief unter der Erde gelenkt; diese stehen in mit dicken Betonwänden abgeschirmten Hallen. In ihnen werden die Teilchen abgebremst und aufgefangen. Bei einer Störung kann keine Strahlung in die Umwelt gelangen. Eine Anlage wie TESLA kann daher ohne Risiken unter besiedeltem Gebiet gebaut werden. Von ihr gehen keine Gefährdungen der Umwelt aus. DESY ist weltweit das Forschungsinstitut mit den umfassendsten Erfahrungen im Betrieb von Teilchenbeschleunigern in der Nachbarschaft von Wohngebieten. |
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| Was ist Kernfusion - wie funktioniert das?Während in den herkömmlichen Kernkraftwerken Atomkerne gespalten werden, werden bei der Kernfusion je zwei Kerne miteinanderverschmolzen. Die auf den ersten Blick zueinander gegensätzlichen Prozesse arbeiten nach dem gleichen physikalischen Grundprinzip: Gemäß Einsteins berühmter Formel E = mc 2 verwandeln sie Masse in Energie. Bringt man mehrere Kernteilchen zusammen,beispielsweise zwei Protonen und zwei Neutronen, dann hat das Endprodukt in dem Fall ein Heliumkern weniger Masse als die Summe der vier Einzelteilchen. Der Grund ist die Bindungsenergie, die freigesetzt wird, wenn die Teilchen sich verbinden. Eisenatome haben pro Kernteilchen die größte Bindungsenergie. Bei Atomen, die im Periodensystem der Elemente eine niedrigere Protonenzahl haben als Eisen, kann man Energie durch Kernfusion gewinnen, bei Atomen mit mehr Protonen durch Kernspaltung. | |
| Die effektivste Kernfusion (siehe Grafik) ist das Verschmelzen von Deuterium schwerem Wasserstoff und Tritium, das auch als überschwerer Wasserstoff bezeichnet wird. | ![]() |
| Im Zentrum der Sonne, wo diese
Fusionsreaktion neben anderen abläuft, herrscht eine Temperatur von etwa 10 Millionen
Grad Celsius und ein Druck, der mindestens dem 200 Milliardenfachen des
Erdatmosphärendrucks entspricht. Da dieser hohe Druck im Labor nicht zu erreichen ist,
wird in Kernfusionsreaktoren zum Ausgleich eine Temperatur von 100 Millionen Grad
benötigt was hohe Anforderungen an die Wandbeschichtung der Reaktoren stellt. Wie
bei der Kernspaltung hat man es auch bei der Kernfusion mit Radioaktivität zu tun. Jedoch
entfällt die umstrittene Endlagerung von Abfallprodukten. Das radioaktive Tritium wird
erst im Reaktor aus Lithium gewonnen und dort sofort verbraucht. Das Endprodukt der
Kernfusion, Helium, ist nicht radioaktiv. Dagegen bilden sich in den Wandmaterialien wegen
des starken Neutronenbeschusses radioaktive Stoffe. Durch geeignete Wahl der Materialien
lässt sich die Halbwertszeit dieser Stoffe aber auf 100 Jahre begrenzen, so dass sie
zwischengelagert und wiederverwendet werden können. Ein weiterer Unterschied zur Kernspaltung: Bei der Kernfusion sind keine Kettenreaktionen möglich. Eine Störung im Reaktor führt schlimmstenfalls zum Erlöschen der Fusion.
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Literatur: Desy "Jahrbuch des Forschungszentrum" Ausgabe: 2000 / 2003 Desy "HERA - Blick ins Innerste der Materie" DLR "Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt" GSI - Gesellschaft für Schwerionenforschung " Von den Grundbausteinen zur komplexen Materie" GSI - Gesellschaft für Schwerionenforschung "Reise zum Urknall" Forschungszentrum Jülich "Forschen in Jülich" Ausg. Nr. 1/2002 Forschungszentrum Jülich "Forschen für morgen" Forschungszentrum Karlsruhe "Jahresberich" Ausgabe: 2003/2004 IPP 2003 - "Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik Im Jahresrückblick" |