![]() In den Bergen 4000 Meter
hoch lebt die Familie von Shakschylyk. |
Eine Reise ins Land
der Wölfe, Bären und Schneeleoparden. Kirgistan ein Land wo die Menschen im Durchschnitt 40,-Mark verdienen, gilt als eines der ärmsten Länder der Welt, von der wirtschaftlichen Seite gesehen. Von der Vielfalt der Natur betrachtet dürfte dieses Land in Centralasien wohl eines der reichsten der Welt sein. Die Menschen leben mit und von der Natur. Etwa 40% des wirtschaftlichen Ertrages des Landes kommen aus der Landwirtschaft. An Bodenschätzen verfügen die Kirgisen "nur" über einiges an Goldvorkommen, daß derzeit von den Kanadiern in den Bergen abgebaut - und nach Deutschland verkauft wird. Die Landbevölkerung konzentriert sich deshalb auch nach wie vor auf Schaf- Pferde und Yakhaltung. Weit zurück gezogen in den Bergen in völliger Einsamkeit leben die Hirten mit ihren Familien das ganze Jahr über. Andere verlassen während der Sommerzeit ihre Dörfer und leben in Jurten auf den Almen. |
![]() Pferdekämpfe ist ein beliebter Volkssport in Kirgisien. Die Männer sind ausgezeichnete Reiter. Wer als Letzter auf dem Pferd bleibt hat gewonnen. |
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Eine große Gefahr für das Leben der Schafe, Fohlen und Jungtiere der Yaks sind die dort lebenden Wölfe, Bären und Schneeleobarden. Aber auch der Luchs sowie der Adler stellen eine Gefahr da. Um sich einigermaßen gegen diese Raubtiere schützen zu können, halten sich die Hirten mehrere Hunde. Nicht immer sind es die großen und starken Hirtenhunde wie den Kaukasischen Owtscharka, auch kleiner Mischlinge oder Schäferhunde dienen zum Schutz gegen die Raubtiere. Auf dem Weg in die weite der Berge des Tien Shan Gebirges begegneten wir einigen Hirten. Am interessantesten erscheint uns hierbei der Wolfsjäger Shakschylyk, der uns über seine Hirten und Hütehunde aufklärte. " Ein Owtscharka hat die Eigenschaft, daß er die Wölfe jagen will" erklärte uns der 67 jährige Shakschylyk der als Wolfjäger im gesamten Tal des Tien Shan Gebirges bekannt ist und schon über 400 Wölfe getötet haben soll." Doch meistens kehrt er dann von seiner Jagd nicht wieder zurück. Denn wenn er einem Rudel Wölfe begegnet, hat er keine Chance diese zu töten. Er wird selbst Opfer und von den Wölfen gefressen. Ich habe die beste Erfahrung mit den kleineren Hunden gemacht. Taucht ein Wolf, Bär oder Schneeleopard bei meiner Herde auf, so melden sich die Hunde mit einem riesen Spektakel. Ich weiss durch dieses Verhalten der Hunde dann genau was los ist und kann mit meinem Gewehr auf Jagd gehen oder das Raubtier vertreiben" so Shakschylyk weiter. " Daß die Wölfe schlauer sind als wir vermuten" so Shakschylyk weiter " konnte ich schon sehr oft erfahren. Im letzten Winter hat sich ein Wolf am Horizont dieses Berges gezeigt " und Shakschylyk wies uns die Stelle fast euphorisch " Ich nahm mein Gewehr und mein Pferd und ritt dem Wolf entgegen um ihn zur Strecke zu bringen. Als ich auf dem Berg angekommen war, hörte ich im Tal bei meinen Schafen einen ungewöhnlichen Lärm und dachte sofort -der Wolf- und so war es auch. Als ich zu meiner Herde kam war der Wolf samt einem jungen Schaf, daß er gerissen hatte, verschwunden. Wenn ich beim Jagen auf die Wölfe erfolgreich sein will, so muß ich ihre Gesetze kennen und mich so verhalten wie sie es tun. Mit den Jahren lernte ich wie ich mich in der Bergen zu bewegen habe um zum Abschuß zu kommen". Hierzu nimmt Shakschylyk seine schwarze Afghanenhündin mit, die für ihn der beste Jagdhund sei. Für die Schäfer ist es ein Notwendigkeit die Wölfe zu jagen, denn ihre Lebensgrundlage sind halt ihre Herden und dies ist ihre Existenz. Tollic, sein Nachbar von Shakschlylyk, cirka 2 Stunden Autofahrt über unwegsames Gebrirgsgelände entfernt, schwört dagegen auf seinen Kaukasischen Owtscharka Dorsty. " Er ist sehr wachsam und schützt unser Haus, die Kälber, Pferde und Schafe. Ich muß allerdings sagen, daß er sehr gerne große Ausflüge- und mit Vorliebe jagt auf die Murmeltiere macht. Wenn sich die Wölfe unserem Hof nähern muß ich ihn festbinden sonst würde er auch diese jagen". Dorsty ist ein sehr schöner kräftiger Rüde. Er hat ein sehr gutes Wesen und ist Menschen gegenüber sehr zugetan. Nähert sich allerdings jemand dem Hof, so schlägt er sofort an. Es gibt in der riesigen Gebirgskette vom Tien Shan keine Hirten, die nicht mindestens einen Hund halten. Eher 3-4 Hunde sind die Regel. Dabei spielt die Rasse keine große Rolle, meistens sind es Mischlinge aus unkontrollierter Zucht. Tollic erzählte weiter, daß auch die Bären bei großem Hunger die Höfe der Hirten aufsuchen um Beute zu machen. Mit dem Schneeleoparden hätte er allerdings weniger zu tun, da sich diese Raubkatze meistens hoch im Gebirge aufhalten würde und nur selten bis zu den Herden ins Tal kommen. So wie die Hirten und ihre Familie in den Bergen leben, so geht es auch meistens in den kleinen Dörfern in Kirgisien zu. Harte Arbeit und wenig Lohn. Die mühselige Feldarbeit wird noch ohne maschinelle Hilfe durchgeführt und bedeutet unzählige Stunden bei brütender Hitze arbeiten. Fast jede Familie hat hierzu noch ihre eigene Kuh, Ziegen und Schafe zur Selbstversorgung. Viele der Einheimischen sind auch wieder dazu übergegangen und tauschen ihre Erzeugnisse gegen andere Ware um, also Bargeldlos.
Kirgisien ist eine Reise Wert für Abenteurer die bereit sind auch
einige Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen.
©Hartmann Jenal
Text/Bilder