Wenn der Mond sich vor die Sonne schiebt,
wird bei Tage Nacht. |
Gefahr aus dem 3-Wege-Kat: "Entgiftete" Autos schädigen die Pflanzenwelt |
Ammoniak statt Saurer Regen Gefahr für die menschliche Gesundheit geht von den gemessenen Mengen dennoch nicht aus, da sich das Gas schnell verdünnt. Gefährlicher ist da schon der "Düngeeffekt" von Ammoniak: "Die Düngung ist so hoch, dass sie nur von wenigen Moos- und Flechtenarten toleriert wird", betont Frahm. "Die anderen halten das gar nicht aus." Auch Blütenpflanzen, die Stickstoff anders als Moose und Flechten nicht aus der Luft aufnehmen, sind gefährdet: Ammoniak verbindet sich nämlich mit den Stickoxiden in der Luft zu Ammoniumnitrat - das ist der Dünger, den man in jedem Gartencenter kaufen kann. Mit dem Regen gelangt der Dünger dann in den Boden. Folge: Seltene Arten sterben aus und werden durch Stickstoffanzeiger wie Brennessel oder Brombeere ersetzt. "Anders als beim Sauren Regen sterben wegen des Ammoniaks keine Bäume", sagt Frahm. Er fürchtet jedoch die schleichenden Veränderungen: "Das langfristige Resultat ist eine zunehmende Verarmung der Natur - wir leben bald in einer Güllewüste." |
![]() © Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung |
Grönland bald ohne Eis? Bremerhaven, 23.10.2005: Ein Anstieg des Meeresspiegels ist eine der wichtigsten Konsequenzen aus einer erhöhten Konzentration an Treibhausgasen in unserer Atmosphäre und der daraus resultierenden globalen Klima- erwärmung. |
Diese theoretische
Möglichkeit, wie es in Zukunft um das Klima , die Eisverteilung und die Höhe des
Meeresspiegels auf der Erde bestellt ist, macht deutlich, wie wichtig zuverlässige Daten
über das gesamte Eisvorkommen auf unserem Planeten sind. Der Anfang Oktober beim Start
verloren gegangene Satellit CryoSat sollte der Wissenschaft ebensolche Daten liefern, um
genauere Aussagen über die klimatische Zukunft unseres Planeten treffen zu können. Die
Prognosen der Glaziologen um Dr. Huybrechts machen eines besonders klar: Ein Neustart von
CryoSat ist für alle Menschen wichtiger den je. Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Autor: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung |
| Ein völliges
Abschmelzen des grönländischen Inlandeises und der Eiskappe der Antarktis würde den
Meeresspiegel um etwa 70 Meter ansteigen lassen. Bereits heute ist aufgrund der globalen Erwärmung ein zunehmendes Abschmelzen der Gletscher auf Grönland zu erkennen. Dank eines erhöhten Schneefalls in der Antarktis ist ein bedrohlicher Anstieg des Meeresspiegels bisher ausgeblieben. In einem jetzt im Wissenschaftsmagazin Science (Science, 21.Oktober 2005) veröffentlichten Beitrag zeigen Wissenschaftler anhand von Modellrechnungen, dass ein theoretischer Anstieg der globalen Temperatur von nur 3 °C ausreichen würde, das Grönlandeis rapide abschmelzen zu lassen. "Bleibt es bei dem derzeitigen Ausstoß von Treibhausgasen in unsere Atmosphäre, könnte bereits im Jahre 2050 dieser Prozess unwiderruflich in Gang gesetzt werden", so Dr. Philippe Huybrechts, einer der Autoren des Artikels und Glaziologe am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Der Schneefall in der Antarktis würde nach dem 21. Jahrhundert demnach dann nicht mehr ausreichen, den Beitrag Grönlands zum Anstieg des Meeresspiegels zu kompensieren. |
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Gletscher Klimaforschung per Linienflug Auf rund 2.500 Flügen pro Jahr reisen die MOZAIC-Messgeräte mit fünf europäischen Linienmaschinen rund um die Welt. |
Klimaerwärmung am
Südpol Nur wenige Tage nach dem
Auseinanderbrechen von 720 Mrd. Tonnen Eis des Larsen-B-Eisschelfs auf der Antarktischen
Halbinsel ist in der Westantarktis ein Grossteil des Thwaites-Gletschers als ganzes Stück
abgerissen. Damit entstand eine «schwimmende Insel» von der Grösse Mallorcas.
Auf der antarktischen Halbinsel wurden in diesem Jahr ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen, Niederschlag fiel als Regen statt als Schnee und es wurde das geringste Packeis- aufkommen seit langer Zeit beobachtet. Die Temperatur auf der Antarktischen Halbinsel ist in den letzten 50 Jahren um 2,5 0 C gestiegen. Quelle: UFZ-Magazin Juni 2002
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| Um die Verhältnisse im nördlichen
Polarwirbel genauer zu untersuchen, machten sich die Jülicher Forscher im Winter
1999/2000 nach Kiruna in Nordschweden auf, wo sie mit zahlreichen Forscherteams aus aller
Welt mehr als 400 Wissenschaftler und Techniker waren beteiligt die bisher
größte Messkampagne über der Arktis unternahmen. Im Gepäck der Jülicher:
Messgeräte für den Einsatz auf einem Stratosphärenballon. Diese Apparaturen erfassen
Chlor- und Bromverbindungen sowie Wasserdampf. Auch ein Luftprobensammler zur Messung
langlebiger Spurengase war an Bord er gehörte einem Team der Universität
Frankfurt, mit dem die Jülicher Forscher eng zusammen- arbeiten. Der erste Start allerdings, geplant für den 19. Januar 2000, ging schief: Der mit 100.000 Kubikmeter Wasserstoff gefüllte Ballon bekam ein Loch und musste leider unten bleiben. Doch schon eine Woche später ist, kurz vor Sonnenuntergang, der zweite Versuch erfolgreich Und der brachte höchst interessante Ergebnisse: "Erstmals konnten wir über der Arktis in bestimmten Schichten eine Dehydrierung nachweisen. Das heißt, dort gab es weniger Wasser als erwartet. Das wiederum beweist indirekt, dass sich zuvor in etwa 20 Kilometer Höhe Eiswolken gebildet hatten.
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![]() Methanverteilung in etwa 19 km Höhe
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| "Forschen in Jülich"
Umweltforschung Wie entsteht ein Ozonloch? Welchen Einfluss haben Pflanzen auf das Klima? Von der Stratosphäre, dem oberen "Stockwerk" der Atmosphäre, bis in die Erde untersuchen die Wissenschaftler, wie sich die komplexen Wechselwirkungen zwischen Boden, Pflanze und Atmosphäre sowie der immer stärkere Einfluss des Menschen auf die Umwelt auswirken. Die Forscher wollen Prognosen liefern, wann ein neu entwickeltes Treibgas in der Atmosphäre wieder abgebaut ist oder wie sich ein Schadstoff in Boden und Grundwasser ausbreitet. Dazu benötigen sie eine große Anzahl von Messdaten, die sie nicht nur im Labor, sondern vor allem im Freiland gewinnen - und zwar an den unterschiedlichsten Orten. Ihre Expeditionen führten zum Beispiel nach Schweden, wo die Jülicher Stratosphärenforscher an der bislang größten internationalen Messkampagne zur Untersuchung des Ozonabbaus teilnahmen. Die Paläoklimatologen reisten in das Tibetische Hochplateau und fahndeten nach dem Klima von vor 15 Millionen Jahren. Mit dem Forschungsschiff waren die Atmosphärenforscher auf dem Atlantik unterwegs auf der Suche nach kleinsten Teilchen, die für die Selbstreinigungskraft unserer Atmosphäre verantwortlich sind. Einige Messgeräte aus dem Forschungszentrum sind nahezu ständig auf Weltreise: Sie fliegen auf Linienflugzeugen mit und messen unter anderem den Ozon- und Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre.
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Ozon schützt die Lebewesen auf der Erde vor
zu starker UV-Strahlung von der Sonne. Gehen wir einmal von der Mischung aus, die im Sommer einen großen Teil der UV-Strahlung absorbiert (Bild 16): Sauerstoffmoleküle werden durch UV-Strahlung in Atome gespalten. Ozon bildet sich ständig in exothermer Reaktion aus Sauerstoffmolekülen und freien Sauerstoffatomen. Bei Bestrahlung zerfällt Ozon wieder in diese Bausteine, bildet sich daraus wieder neu (usw.). Auf diese Weise wird in der Stratosphäre die UV-Strahlung langsam in Wärme umgewandelt. Daher steigt die Temperatur in der Stratosphäre wieder an. Soll ein Stoff den Ozongürtel schädigen, muß er zunächst einmal das Ozonmolekül durch Übernahme des dritten labilen O-Atoms spalten. Außerdem muß die Rückbildung des Ozons durch Abfangen der freien Sauerstoffatome verhindert werden. Das ist bereits das Schema, wie Chloratome zum Ozonloch beitragen. Die Chloratome bilden bei Reaktion mit Ozon Chloroxomoleküle, die die Neubildung von Ozon durch Abfangen von freien Sauerstoffatomen unterbinden. Wirksam sind übrigens auch die aus der Troposphäre stammenden Stickoxide ("NOx"). Das Stickstoffmonooxid NO wirkt dabei wie Chlormonooxid ClO, indem es die Neubildung von Ozon durch Abfangen von freien O-Atomen verhindert Gegen die Ozonzerstörung wirkt jedoch die UV-Strahlung der
Sonne, durch die Ozon ständig neu gebildet und die Ozonschicht ständig
"repariert" wird.
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| Autor: O. Möhler, K.D.
Beheng IMK
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Bildungsmechanismen und
Erscheinungsformen der Wolken hängen seht stark von der Temperatur und damit von der
Höhe ab. Das Schema zeigt einen Höhenschnitt durch die Atmosphäre, in der die
Temperatur mit der Höhe abnimmt. Auslöser für die Wolkenbildung sind in der Regel aufsteigende Luftmassen, die sich auf Grund des mit der Höhe abnehmenden Luftdrucks ausdehnen und dabei stark abkühlen. Da kalte Luft weniger Wasserdampf speichern kann, nimmt die relative Luftfeuchtigkeit zu. Entscheidend für die Wolken- und Niederschlagsbildung sind dabei die Werte der Eissättigung (vertikale Linie) und der Wassersättigung, deren Differenz mit abnehmender Temperatur zunimmt. Bis zu einer Temperatur von -35 0 C entstehen Mischwolken aus unterkühlten Wassertröpfchen und Eispartikeln, bei tieferen Temperaturen reine Eiswolken, so genannte "Cirren"
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| Was sind Aerosole? Aerosole wie beispielsweise Russpartikel oder Pollen sind per Definition jene flüssigen oder festen Teilchen in unserer Luft, die wenige millionstel bis mehrere tausendstel Millimeter gross sind. Veranschaulicht heisst das, dass sie rund 100 bis 1000 mal kleiner sind als ein menschliches Haar "dick" ist. Trotz ihrer "Winzigkeit" sind Aerosole von grosser Bedeutung für unsere Gesundheit und unser Klima. Der Begriff Aerosol meint eigentlich das Aerosolteilchen und die es umgebende Luft. Wissenschaftlich ausgedrückt lautet die Definition: "Dispersion von flüssigen oder festen Teilchen (= Partikel) in einem Gas, üblicherweise in Luft." Ein mittelgrosses Aerosolpartikel misst zirka 100 Nanometer respektive 0,0001 Millimeter. Es ist also rund 2000 mal kleiner als das Satzzeichen Punkt in einer gängigen Tageszeitung (s. auch "Anschauliche Grössenvergleiche"). Die Forschung an diesen vielfältigen Mini-Partikeln mit grosser Bedeutung für unser Klima und unsere Gesundheit ist voll im Gange. Sie hat beispielsweise auch schon Auswirkungen auf die Schweizer Gesetzgebung gezeigt: Der Anfang 1998 eingeführte PM10-Grenzwert in der Luftreinhalteverodnung basiert auf den Resultaten der Aerosolforschung. Unsere Luft, ein Molekül-/Partikelgemisch. Unsere Luft Unsere Atmungsluft besteht hauptsächlich aus gasförmigen Molekülen (s. Glossar), und zwar zu 78 Prozent aus Stickstoff (N2), zu 21 Prozent aus Sauerstoff (O2) und zu 1 Prozent aus anderen Gasen. Die Zahlen beziehen sich auf "trockene" Luft, die es so im Freien nicht gibt. Unsere Umgebungsluft enthält zusätzlich 1 bis 5 Prozent Wasserdampf. Alle diese verschiedenen Moleküle sind weniger als ein Nanometer klein, das heisst weniger als ein millionstel Millimeter (1000 Nanometer = 1 Mikrometer; 1000 Mikrometer = 1 Millimeter). Aerosolpartikel sind im Gegensatz zu den Gasmolekülen feste oder flüssige Teilchen, und ihre Grösse reicht von einem Nanometer bis zu mehreren Mikrometern. Noch grösser sind Wolkentröpfchen und Eiskristalle, also die eigentlichen Bestandteile einer Wolke. Sie messen 10 bis 100 Mikrometer. Mit einer Grösse von mehreren Millimetern sind die Regentropfen und Schneeflocken richtige "Brummer" unter den Teilchen in unserer Luft, weshalb sie ja auch zu Boden fallen. Aerosolpartikel kommen an verschiedenen Standorten übrigens verschieden häufig vor: In der Stadt misst man typischerweise 100'000 Partikel pro Kubikzentimeter Luft, auf dem Land 10'000 Partikel und in der mittleren und oberen Troposphäre (Luftschicht bis 10 Kilometer Höhe), in der sich auch das Jungfraujoch befindet, deren 1000. Auswirkung auf das Klima |
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Presseinformation PRI
14/2004 13. 12. 2004 Ein innovatives Klimaprojekt hebt ab Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie messen Spurengase mit einem Lufthansa-Passagierflugzeug Ein Lufthansa Airbus A340-600 wird ab Mitte Dezember 2004 auf Langstrecken- und Intercontinentalflügen als Messplattform für die internationale Atmosphärenforschung dienen. Unter Federführung des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie werden Wissenschaftler aus fünf europäischen Ländern über viele Jahre die Zusammensetzung der Erdatmosphäre sowie die dortigen chemischen Prozesse und Transportvorgänge untersuchen können. Der erste Messflug des CARIBIC-Projekts (Civil Aircraft for the Regular Investigation of the Atmosphere Based on an Instrumented Container) führt vom Flughafen Frankfurt nach Buenos Aires, wo zurzeit die 10. Weltklimakonferenz stattfindet. Während des 14-stündigen Fluges über den Atlantik nach Südamerika werden wertvolle Daten gesammelt. Von dem Forschungsvorhaben dürften die Flugpassagiere kaum etwas bemerken. Unterhalb des Flugzeugsbauchs ist ein Lufteinlasssystem mit Mess-Sonden montiert (Abb. 1), das die Luftproben einsammelt und sie zu den empfindlichen Instrumenten in einem Messcontainer leitet, der im vorderen Laderaum des Airbusses untergebracht wird. Die Instrumente dieses fliegenden Laborcontainers (Abb. 2) arbeiten während des ganzen Fluges unabhängig und vollautomatisch. Hier werden die Proben Spurengase und Aerosolpartikel an Ort und Stelle genau analysiert. Die eingeströmte Probenluft wird zusätzlich über das Einlasssystem gesammelt und später in den beteiligten Forschungsinstituten untersucht. |
| Klimaänderungen haben komplexe Ursachen
globalen Maßstabs. Mit diesem einzigartigen Projekt verfügen nun die
Max-Planck-Wissenschaftler und ihre Kollegen über ein äußerst leistungsfähiges System,
um weltweite Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre detailliert verfolgen
zu können. Wir erwarten auch, dass die Ergebnisse von CARIBIC dazu beitragen,
Satellitenbeobachtungen deutlich verlässlicher zu machen, indem die Messergebnisse beider
Methoden verglichen werden, meint Dr. Brenninkmeijer. Das CARIBIC-Projekt ist eine Kooperation des Max-Planck-Instituts für Chemie mit dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Forschungszentrums Karlsruhe, dem Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt und dem Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg, in enger Zusammenarbeit mit der Lufthansa und Lufthansa Technik. Es wird unterstützt durch die Lufthansa, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Projekt AFO-2000) und die Europäische Kommission. Insgesamt sind 10 Institutionen aus fünf Ländern der Europäischen Union an diesem innovativen Projekt beteiligt. Dr. Carl A.M. Brenninkmeijer Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz |
N° 11-2001: Europas Umweltsatellit ENVISAT wird aus 800 Kilometern Höhe Bilder und Daten liefern, die helfen sollen, die Erde besser zu verstehen und wirkungsvoller zu schützen. Experten des wissenschaftlichen und technischen Zentrums der europäischen Weltraumorganisation ESA im holländischen Noordwijk haben das gewaltige Erdbeobachtungsprojekt für knapp fünf Milliarden Euro konzipiert und den Satelliten mit den Ausmassen eines Sattelschleppers gebaut. Projektleiter Jacques Louet nennt den Satelliten, der mehr Messgeräte an Bord hat als je ein anderer, "eine grosse Herausforderung für die ESA und Europa". 1988 wurde das Projekt als "Polare Plattform" beschlossen; Anfang der 90er Jahre bekam der Umweltsatellit, der stündlich so viele Daten sammelt, wie auf die Festplatten von 20 PCs passen, das Kürzel ENVISAT. Er kann den Zustand der Erde analysieren und komplexe Umweltabläufe von der Algenblüte bis zu Vorläufererscheinungen von Naturkatastrophen sichtbar machen. Eine russische Antonow und zwei Boeing 707-Frachter haben ENVISAT mit dem 14 mal 4,5 Meter grossen Sonnensegel, das 6,6 Kilowatt Strom liefert, zum Startplatz geflogen. Das Weltraum-Labor wird seine Millionen Datenbits zu den ESA-Empfangsstationen im schwedischen Kiruna und zur weltweit größten zivilen Bodenstation im italienischen Fucino senden. Erstmals wird auch ein Datenaustausch per Laserstrahl an den 36.000 Kilometer über der Erde kreisenden Satelliten ARTEMIS getestet, der die Daten weiter zur Erde überträgt. Der Super-Satellit registriert winzigste Erdbewegungen und warnt vor Fluten, Schlammlawinen, Schneeabgängen und Stürmen; er überwacht das Eis der Polarzonen und das Niveau der Ozeane; er erkennt El Nino, der sich als tückischer Wellenrücken im Pazifischen Ozean aufbaut; er misst die Ozonschicht und macht das Ozonloch sichtbar; er sieht jedes Buschfeuer im Regenwald und ortet Wasseradern unter den Wüsten. Michael Rast, Wissenschaftler in der Direktion für Erdbeobachtung der ESA, weiss nicht erst seit der Klima-Konferenz in Rio und dem Kyoto-Protokoll, dass Politiker auf dünnem Dateneis gehen, wenn sie über den Ausstoß der Treibhausgase verhandeln. ENVISAT hingegen liefert Fakten. Der Internationale Klimaausschuss IPCC (Intergovernmental Panel for Climate Change) hat festgestellt: Die Menschheit versteht die Prozesse, die in unserer Umwelt ablaufen, nicht gut genug. Mehr Messungen und mehr Forschung seien nötig, doch dies könne nur mit guten Daten geschehen, unabhängig zusammengetragen und quantitativ untermauert. ![]() © netti.nic.fi Ariane 5 |
Der Satellit wird vom Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt per Funksignal gesteuert und bei Bedarf korrigiert. Er umkreist im 100-Minuten Takt die Erde, 14mal pro Tag, kehrt im 35-Tage-Rhythmus auf dieselbe Umlaufbahn zurück und zeichnet nach drei Tagen eine komplette Weltkarte. "Wir wollen ", erklärt Rast, "den Überblick behalten und zum Beispiel sehen, wie die Wasserqualität im Ozean aussieht und wie die Treibhausgas- bzw. Temperaturverteilung in der Atmosphäre ist. Wie und wo die tropischen Wälder abgeholzt werden oder wo sie noch intakt sind." Zehn Instrumente an Bord, mehr als in jedem anderen Satelliten, decken das gesamte Spektrum ab. Sie liefern Belege für die Interaktionen zwischen der Atmosphäre, den Ozeanen und den Landoberflächen. Auf SCIAMACHY sind die Deutschen besonders stolz: Das Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Cartography durchsucht die Atmosphäre nach Spurengasen, Ozon und ähnlichen Verbindungen sowie nach Wolken und Staubteilchen, bestimmt die Gesamtmenge der Gase und zeigt sie in den verschiedenen Höhenschichten. Damit sieht man förmlich die Folgen von Waldbränden, Industrieabgasen, arktischem Dunst, Staubstürmen und Vulkanausbrüchen. SCIAMACHY ist eine Zugabe der deutschen, niederländischen und belgischen Raumfahrtindustrie zum Programm, die nicht mit ESA-Geld finanziert wurde. Und einer der höchst entwickelten Sensoren auf der Plattform, mit der die weltweite Wanderung der Treibhausgase durch die Atmosphäre beobachtet und gemessen werden soll. Europas Augen im All messen auch die Planktonströme in den Weltmeeren, um neben der Erkenntnis biologischer Produktivität unserer Ozeane auch Grundlagen für Fangquoten festzulegen. Michael Rast: "So können wir das Überfischen der Meere verhindern, weil wir die Fangschiffe lenken können." Mehr noch, es gibt auch giftige Algen, die sogenannte Red Tide, die schon ganze Öko-Systeme vernichtet haben. Rechtzeitig vom Satelliten erkannt, kann man am Boden ihre Ausbreitung eindämmen, um Fischbestände zu schützen. ENVISAT soll noch mehr leisten. Wenn wir beurteilen können, wie viel Kohlenstoff die photosynthetisch aktiven Algen im Wasser aufnehmen, haben wir eine bessere Möglichkeit, auszuloten, wie viel Treibhausgas die Umwelt tatsächlich verträgt. ENVISAT erfasst auch die Ressourcen auf der Erde. Rast: "Wir werden geringste Bodenveränderungen auf der Erde im Zentimeterbereich aufspüren können, besser, als man es von der Erde aus kann." Warnungen vor Vulkanausbrüchen und Erdbeben rücken damit langsam in die Nähe der Realität. Daten von ENVISAT werden sicher in die Erforschung von Vulkanen und Erdbeben einfliessen. Rast schliesst nicht aus, "dass wir künftig Erdbeben-Schadensabschätzungen und eventuell auch Vorhersagen zumindest unterstützen werden". Der promovierte Geologe in Noordwijk sieht den Satelliten als "Eckpfeiler in der europäischen Raumfahrt". Er hofft, "dass wir mit ENVISAT soviel Einsicht in unsere Umweltsituation und unsere Klimavorgänge bekommen, dass wir später mit kleineren Satelliten gezielt auf spezifische Probleme eingehen können, nachdem wir den Zusammenhang besser verstanden haben". Er räumt "ein grosses Risiko" ein, "soviel Know-how in einen einzigen Satelliten zu packen", indes: "Wenn wir umfassend verstehen wollen, müssen wir diesen Weg gehen." Nähere Auskunft erteilt : Referat für Medienbeziehungen ESA Media Relations Office |
| Geschäfte mit dem Klima - Emissionshandel
Internationaler Klimaschutz Die Grundlage des EU Emissionshandels ist das Bestreben der Staatengemeinschaft, dem Treibhauseffekt, sowie der damit verbundenen Klimaveränderung entgegenzuwirken. Diesbezüglich wurde die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) als erster internationaler Vertrag zum Schutz des globalen Klimas angenommen. Die Vertragsparteien kommen jährlich zu einer Sitzung (Vertragsstaatenkonferenz, Conference of the Parties COP) zusammen um die Fortschritte zu überprüfen und weitere Maßnahmen zu erörtern. |
| Klimawandel Treibhausgas-Emissionen, allen voran Kohlendioxid (CO2), sind für den globalen Temperaturanstieg - den sogenannten Treibhauseffekt - verantwortlich. Wenn ihr Anstieg nicht aufgehalten wird, wird sich die Konzentration dieser Gase in der Atmosphäre bis zum Jahr 2100 verdreifachen. Nach dem dritten Bewertungsbericht der zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaveränderungen (IPPC), in der die weltweit führenden Experten in diesem Bereich vertreten sind, ist - sofern man weiter macht wie bisher - damit zu rechnen, dass die durchschnittliche Erdoberflächentemperatur zwischen 1990 und 2100 um 1,4 bis 5,8 °C und die Meereshöhe im gleichen Zeitraum um 9 bis 88 Zentimeter steigt. Die Einführung des Emissionshandels in Deutschland Die Europäische Emissionshandelsrichtlinie vom Oktober 2003 sieht einen anspruchsvollen Zeitplan zur Umsetzung in den Mitgliedstaaten vor. Ab 1. Januar 2005 soll das System europaweit starten.
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Dazu müssen bisher nicht
vorliegende Daten erhoben, Pläne erstellt, Gesetze und Verordnungen verabschiedet,
Institutionen geschaffen und eine Fülle praktischer Fragen geklärt werden. Eine
umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit wird dabei von der Richtlinie ausdrücklich
gefordert. |
Von A bis Z: Alles zum Emissionshandel
Allokation
Zuteilung der Emissionsrechte, sei es kostenlos, sei es durch Versteigerung
Auktion
Variante der Allokation: (ganz oder teilweise) Versteigerung der Emissionsrechte
Benchmarks
Meßlatten zur Bemessung der Zertifikatmenge auf Anlagenebene und zur Anerkennung von
Early Action. Für Anlagentypen oder Branchen werden spezifische Standardwerte für die
Emissionen ermittelt (z.B. nach BAT [Best Available Technology] oder Durchschnittswerten),
nach denen sich die Ausstattung mit Emissionsrechten richtet.
Burden Sharing
Lastenteilung beim Klimaschutz innerhalb der EU zur Erfüllung der EU-Verpflichtung nach
dem Kyoto-Protokoll ( 8 %). Deutschland hat sich in der ersten Kyotoperiode 2008 -
2012 zur Reduktion von 21 % aller Treibhausgase gegenüber 1990 verpflichtet.
Cap
Deckel, der die Emissionsobergrenze bzw. das Emissionsziel angibt. Das Gesamt-cap für
2008 2012 ergibt sich aus der Verpflichtung Deutschlands im Rahmen des
Kyoto-Protokolls. Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung stellt dar, wie sich die
Emissionen auf die Makrosektoren verteilen sollen ("sektorale Ziele"), so dass
insgesamt das Kyoto-Ziel erreicht wird. Im Emissionshandel ist das cap die Obergrenze für
die Zahl der ausgegebenen CO2-Zertifikate. Weil am Emissionshandel ganz überwiegend
Anlagen aus Energiewirtschaft und Industrie teilnehmen, wird die Diskussion über diese
Obergrenzen häufig an Hand der Zahlen für diese beiden Makrosektoren geführt. Die
Bundesregierung will das cap für den Emissionshandel auf Basis der Selbstverpflichtung
der Wirtschaft festlegen.
CDM (Clean Development Mechanism)
Möglichkeiten für Staaten oder Unternehmen, mit Klimaschutzprojekten in Entwicklungs-
und Schwellenländern (ohne eigene Reduktionsverpflichtung) Emissionsgutschriften zu
erwerben, die auf die eigenen Verpflichtungen angerechnet werden können.
Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt
Zuständige nationale Behörde im Sinne des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes ist das
Umweltbundesamt. Die DEHSt wird als neuer Fachbereich im UBA mit Sitz in Berlin aufgebaut.
Early action
"Frühzeitiges Tätigwerden" im Sinne klimapolitisch aktiven Handelns. Bei der
Diskussion um den Emissionshandel: Maßnahmen im Zeitraum 1990 2002, die freiwillig
ergriffen wurden und die weder durch öffentliche Mittel finanziert noch durch
Ordnungsrecht erzwungen wurden.
Emissionen
Die Freisetzung von Treibhausgasen oder deren Vorläufersubstanzen in die Atmosphäre
über einem bestimmten Gebiet und in einem bestimmten Zeitraum (Definition des
Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen).
Emissionshandel (ET, Emissions-Trading)
Ein marktbasierter Ansatz zum Erreichen von Zielen im Bereich des Umweltschutzes,
definiert im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Dieser Ansatz ermöglicht es Staaten, die ihre
Treibhausgasemissionen stärker als erforderlich senken, ihre überschüssigen Reduktionen
zu nutzen bzw. mit diesen zu handeln, um sie mit Emissionen aus anderen Quellen innerhalb
oder außerhalb des Landes zu verrechnen. Der Handel kann auf nationaler oder
internationaler Ebene stattfinden bzw. von Unternehmen untereinander abgewickelt werden.
Eine EU-Richtlinie regelt den Start des Emissionshandels in Europa ab 1. Januar 2005.
Unternehmen bekommen eine bestimmte Menge an Zertifikaten zugeteilt. Unternehmen, die
bereits größere Anstrengungen zum Klimaschutz geleistet haben oder sich als besonders
innovativ zeigen, können überschüssige Zertifikate verkaufen. Sie haben eine
zusätzliche Einnahmequelle. "Umweltsünder" müssen zusätzliche Anstrengungen
unternehmen oder Rechte zukaufen, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Wer diese nicht
einhält, muss eine Sanktion zahlen. Durch dieses System erfolgen die Emissionsminderungen
dort, wo die Vermeidungskosten am niedrigsten sind. Die Effizienz des Klimaschutzes wird
erhöht, die ökologische Zielerreichung sichergestellt.
EU-Emissionshandelsrichtlinie
Richtlinie (2003/87/EG) der Europäischen Union, die den Start des Emissionshandels in der
EU ab 1. Januar 2005 vorsieht.
Emissionsreduktionsverpflichtungen
Im Kyoto-Protokoll sind für die erste Verpflichtungsperiode (2008 2012)
verbindliche Pflichten der Industrieländer zur Begrenzung und Minderung ihrer
Treibhausgasemissionen festgelegt. In Annex B des Protokolls ist festgehalten, dass
folgende Staaten ihre Treibhausgasemissionen bezogen auf 1990 wie folgt begrenzen:
Bulgarien, Estland, alle EU-Staaten, Lettland, Litauen, Monaco, Rumänien, Schweiz,
Slowakei, Slowenien, Tschechien: 8 %, USA: 7 %, Japan, Kanada, Polen,
Ungarn: 6 %, Kroatien: 5 %, Neuseeland, Russland, Ukraine: +/ 0 %,
Norwegen: + 1 %, Australien: + 8 %, Island: + 10 %. Dies bedeutet eine Gesamtreduktion der
Treibhausgasemissionen in den genannten Ländern um 5,2 %. Die Staaten der
Europäische Union haben in einer "EU-Lastenverteilung" ihre
Reduktionsverpflichtungen neu verteilt.
Erfüllungsfaktor
Faktor, der das Emissionsminderungsziel für die einzelne Anlage ausdrückt. Der
Erfüllungsfaktor setzt sich aus Minderungszusagen entsprechend der Selbstverpflichtung
der Deutschen Wirtschaft sowie ausgehandelte Sonderregeln zusammen. Ein Erfüllungsfaktor
kleiner als 1 bedeutet eine Minderungsverpflichtung gegenüber den in einer
Referenzperiode erfassten historischen Emissionen.
Erstallokation
Erstausstattung mit Emissionsrechten
Flexible Mechanismen
Das Kyoto-Protokoll sieht drei Instrumente vor, die den Vertragsstaaten Flexibilität bei
der Umsetzung ihrer Reduktionsziele erlauben: Emissionshandel, Joint Implementation
(gemeinsam durchgeführte Projekte zwischen Industrieländern) und Clean Development
Mechanism (Projekte zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern). Der Grundgedanke
aller drei flexiblen Mechanismen ist, dass die Industrieländer ihre
Reduktionsverpflichtungen teilweise im Ausland erbringen können, kostengünstiger als
dies im eigenen Land möglich wäre.
Gesetz zum Nationalen Allokationsplan (NAP-Gesetz)
Bundesgesetz, das die Verteilung der Zertifikate im Umfang und in den Zuteilungsregeln
für die Einzelanlagen festlegt. Muss vor der endgültigen Entscheidung über die
Zuteilungsanträge der Anlagenbetreiber in Kraft sein (30.9.2004 nach Richtlinie).
Grandfathering
Ausstattung mit Emissionszertifikaten auf Basis historischer Daten.
Handelsperiode
Zeitraum, für den Emissionszertifikate im Rahmen des EU- Emissionshandels zugeteilt
werden. Die Richtlinie sieht zunächst eine dreijährige (2005 2007), danach
fünfjährige Handelsperiode vor (2008 2012 usw.). Danach weitere Handelsperioden
im Fünfjahresrhythmus.
heiße Luft (engl.: "hot air")
In Kyoto wurden einigen Staaten (u.a. Russland, Ukraine) deutlich mehr Emissionsrechte
zugebilligt, als sie (aufgrund des Zusammenbruchs ihrer Wirtschaften und Gesellschaften
nach 1990) absehbar benötigen werden. Diese so genannte "heiße Luft" kann per
Emissionshandel verkauft werden.
JI (Joint Implementation)
Möglichkeiten für Staaten oder Unternehmen, mit Projekten in anderen
Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls Emissionsgutschriften zu erwerben, die auf die
eigenen Verpflichtungen angerechnet werden können.
KWK-Anlagen
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erhält als wichtige Option im Mix der
CO2-Emissionsminderungsmaßnahmen in Deutschland eine Sonderzuteilung, um Anreize zur
Auskoppelung der bei der Stromerzeugung entstehenden Wärme zu verhindern.
Kyoto-Mechanismen
siehe Flexible Mechanismen
Nationaler Allokationsplan
Zuteilungsplan für Emissionszertifikate, nach der Richtlinie für jede Handelsperiode von
den Mitgliedstaaten aufzustellen. Er muss sich am Ziel der Einhaltung der
Kyoto-Verpflichtungen orientieren.
Newcomer
Neue Marktteilnehmer und damit neue Emittenten, die grundsätzlich bei der Erst-Allokation
mit anderen Marktteilnehmern gleichbehandelt werden sollen.
Opt-in
Option, weitere bislang von der Emissionshandels-Richtlinie nicht erfasste Aktivitäten
und Treibhausgase auf nationaler Ebene in den Emissionshandel einzubeziehen, sofern eine
hinreichend genaue Erfassung sichergestellt ist, die ökologische Integrität des
Handelssystems gewährleistet wird und keine Wettbewerbsverzerrungen auftreten. In der
Periode 2005 2007 für kleinere Anlagen im Geltungsbereich der Richtlinie möglich,
ab 2008 auch darüber hinaus.
Opt-out
Den Mitgliedstaaten wird die Option eingeräumt, bestimmte Anlagen in der ersten
Handelsperiode aus dem Emissionshandel herauszunehmen, wenn sie vergleichbare
Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich Emissionsbegrenzung, Überprüfung und Sanktionen
sicherstellen.
Pool
Auf Initiative der Bundesregierung und auf Wunsch der Wirtschaft wird in der Richtlinie
die Möglichkeit eingeräumt, auf freiwilliger Basis sogenannte Pools zu bilden, in denen
Anlagen sich zusammenschließen können, um gemeinsam am Emissionshandel teilzunehmen.
prozessbedingte Emissionen (PE)
Freisetzung von CO2 in die Atmosphäre als unmittelbares Produkt einer chemischen
Reaktion, die keine Verbrennung ist (präzisierte Definition auf Basis EU Monitoring
Guidelines vom 24.11.03.
Reservefonds
Teil des Gesamtbudgets an Emissionszertifikaten, der für völlig neue Anlagen, die keine
Vorgängeranlagen haben (Newcomer), reserviert wird.
Sanktionen
Die Höhe der Geldbußen bei Nichteinhaltung der Emissionsziele im europäischen
Emissionshandel. Für die Phase 2005 2007 werden 40 Euro pro Tonne Geldbuße
erhoben, ab 2008 100 Euro pro Tonne. Zusätzlich zu der Zahlung dieser Geldbuße sind die
fehlenden Emissionszertifikate zu beschaffen.
Selbstverpflichtung der Wirtschaft
Verpflichtung der deutschen Wirtschaft vom November 2000, erweitert durch die Vereinbarung
mit der Bundesregierung zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung vom Juni 2001
("KWK-Vereinbarung"). In letzterer sagte die deutsche Wirtschaft zu, ihre
Kohlendioxid-Emissionen bis 2005 gegenüber 1998 um 20 Mio. t CO2 und bis 2010 um 45 Mio.
t zu verringern.
Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG)
Bundesgesetz, das die Einführung des Emissionshandelssystems ab 1. Januar 2005 regelt.
Beschluss des Bundeskabinetts vom 17.12.2003, derzeit im parlamentarischen Verfahren
(Stand: März 2004).
Übertragungsregel
Vorschlag des BMU für eine Allokationsregel. Bei Ersatz einer alten durch eine neue
Anlage dürfen die der alten Anlage zugeteilten Zertifikate in voller Höhe auf die neue
Anlage übertragen werden - unabhängig vom eingesetzten Brennstoff. Es wird erwartet,
dass die meisten Betreiber von dieser Übertragungsregel Gebrauch machen. Da neue Technik
meist weniger CO2 ausstößt, entsteht ein Überschuss an CO2-Zertifikaten
("Effizienzdividende"), der am Markt veräußert oder für eigene Zwecke genutzt
werden kann.
Verpflichtungsperiode
Um den Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls Flexibilität bei der Erfüllung der
Kyoto-Verpflichtungen einzuräumen und den Einfluss vorübergehender Emissionsschwankungen
zu verringern bzw. zu glätten, werden die Emissionsreduktionsverpflichtungen jeweils für
einen Fünfjahreszeitraum festgelegt. Die erste Verpflichtungsperiode reicht von 2008 bis
2012. Über Ziele für weitere Verpflichtungsperioden soll laut Kyoto-Protokoll
spätestens ab 2005 verhandelt werden.
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"Und Du sollst draussen vor dem Lager
einen Platz haben, wohin Du zur Notdurft hinausgehst. Und Du sollst eine Schaufel haben. Und wenn Du Dich draussen setzen willst, sollst Du damit graben. Dein Lager soll heilig sein, dass nichts Schändliches unter Dir gesehen werde." |
| Diese wohl älteste Deponierichtline der Welt aus dem Deuteronomium - 5. Moses 23,13-15 - bildet heute noch die Grundlage der Abfallbeseitigung. Noch immer wird der Abfall, zum Teil noch unbearbeitet verscharrt, und dies möglichst ausserhalb der bewohnten Gebiete. |
| Der überwiegende Teil der durch Menschen
versuchten Abfälle wird durch die natürliche Selbstreinigungskraft der Biosphäre
entfernt, insbesondere durch die Aktivität von Mikroorganismen, die diese Abfälle als
Nährstoffe zum Wachstum nutzen. Mikroorganismen spielen eine Schlüsselrolle für die globalen Kreisläufe des Kohlenstoffs und von anorganischen Nährstoffen sowie für den biologischen Abbau giftiger Chemikalien in der Umwelt. Sie sind verantwortlich für die Fruchtbarkeit unserer Böden, den Zustand der Seen, Flüsse und des Meeres sowie für die Qualität des Trinkwassers und der Atemluft. |
Was sind Dioxine? Mit Dioxinen bezeichnet man in der Chemie ein ungesättigtes Sechsringsystem mit zwei Sauerstoffatomen. Das mit Abstand giftigste Dioxin ist das TCDD (2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-para-dioxin). Dioxine werden nicht hergestellt, sondern entstehen unbeabsichtigt, wenn fehlgesteuerte Synthesen ablaufen: z.B. bei der Produktion des Entlaubungsmittels 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure (im Vietnamkrieg bekannt geworden unter dem Codenamen "Agent-Orange") oder des Hautdesinfektionsmittels Hexachlorophen. Aber auch bei der Müllverbrennung werden Dioxine freigesetzt. Höhere Temperaturen über 150 Grad Celsius, ein hoher Druck, alkalische Reaktionsmedien und Beimischungen wie Kupfer und Kohlenstoff begünstigen die Freisetzung von Dioxinen. Umwelt: Müll schluckt Dioxine |
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Müllverbrennung: Die Mischung macht´s Bei der Verbrennung von Abfällen können im Abgas giftige Dioxine entstehen. Ein großes Problem in Müllverbrennungsanlagen. Dass ausgerechnet durch Zugabe bestimmter Abfälle die Bildung von Dioxinen deutlich reduziert werden kann, fanden jetzt die beiden Forscher Dieter Lenoir und Karl-Werner Schramm vom GSF-Institut für Ökologische Chemie heraus. Die Wissenschaftler mischten nacheinander verschiedene schwefelhaltige Verbindungen in gewöhnlichen Hausmüll. Das Ergebnis überraschte: Durch Zugabe von nur fünf Prozent Amidosulfonsäure reduzierte sich die Dioxinbildung um 97 Prozent. Die Säure selbst ist für die Umwelt ungefährlich. Bei der Verbrennung wird sie rückstandsfrei eliminiert. Genau die schwefel- und stickstoffhaltigen Verbindungen, die in den Labors des GSF-Forschungszentrums verwendet wurden, um die Bildung von Dioxin im Abgas zu verhindern, finden sich auch in beinahe jeder Hausmüllmischung. Aber sie könnten auch in Form von Gipsabfällen, Autoreifen, Abraummaterial, oder sogar bestimmten pharmazeutischen Abfällen dem normalen Verbrennungsmaterial zugesetzt werden. |
![]() Alles fliesst "panta rhei" |
Alles fliesst "panta rhei" Kruste, Mantel und Kern: der Schalenaufbau der Erde "panta rhei" - heißt auf Deutsch : Alles fließt. Das wusste der griechische Philosoph Heraklit bereits im fünften Jahrhundert vor Christus und meinte damit, dass sich alles im Zustand ständigen Entstehens und Vergehens befindet. Das gilt insbesondere für unsere Erde, denn die Erdkruste verändert sich ständig - und das, obwohl wir davon im Allgemeinen nichts mitbekommen. Nur manchmal, nämlich dann, wenn die Erde bebt oder Vulkane ausbrechen, wird uns das bewusst. VULKANE heiss und gefährlich |