Ein universeller Geist -
Gottfried Wilhelm Leibniz (1.7.1646 -14.11.1716)

Früh verwaist, erwarb er schon in seiner Kindheit eine umfassende Bildung.  Im Dienste des Kurfürsten von Hannover arbeitete Leibnitz vor allem als Staatsrechtler und Historiker. So verfasste er nach langem Quellenstudium ein umfangreiches Geschichtswerk über das Welfenhaus, das zu den besten seiner Zeit gehörte. Im Mittelpunkt seiner Philosophie steht die Monadenlehre, nach der er die Welt als Rangfolge zahlloser untereinander in Wechselwirkung stehender Monaden mit unterschiedlichem Bewusstseinsgrad begreift.
Er verfolgte die Grundidee einer engen Verbindung von Theorie und Praxis (theoria cum praxi).
Am Ende seines Lebens erlitt Leibnitz das Schicksal vieler großer Männer, die im Dienst von Fürsten standen. Er fiel in Ungnade und starb vereinsamt und verbittert am 14. November 1716 in Hannover.

Für das Aufgabenspektrum, das Leibnitz am Ausgang des 17. Jahrunderts in seiner
Person vereinigte, steht heute die Leibniz-Gemein-
schaft als Ganzes.
Die Leibnitzgemeinschaft
arbeitet in Forschungen und Service an gesellschaftlich relevanten Themen auf höch- stem wissenschaftlichen Niveu.
Zur Leibnizgemeinschaft gehören derzeit 84 Einrichtungen mit knapp 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ein Naturforscher und Entdecker
Friedrich Heinrich Alexander Freiherr von Humboldt
(14. September 1769 in Berlin; bis 6. Mai 1859 in Berlin)


Alexander von Humboldt war ein Universalgelehrter, wie es nach ihm wohl keinen mehr gab und - angesichts der rasanten Entwicklung und Spezialisierung der Wissenschaft - nun auch nicht mehr geben wird. Er war Ethnograf, Anthropologe, Physiker, Geologe, Mineraloge, Botaniker, Vulkanologe und Menschenfreund und begründete neue Disziplinen wie die Geografie, Klimatologie und Ozeanografie. Auch wenn er viele Dinge im Detail erforscht hat, so hat er doch immer auf einer ganzheitlichen, vorurteilslosen Weltsicht bestanden.

Nach einer langen Grün- dungs- und Wiedergrün- dungs-Geschichte
ist 1953 endlich gelungen, was Humboldts Freunde am 28. Juni 1859 in ihrer Einladung zur Gründung der A.v. Humboldt-Stiftung erhofft hatten: eine Stiftung des Dankes zu gründen, welche bestimmt ist, hervortretenden Talenten Unterstützung zu gewäh- ren, wo sie sich finden mö-
gen.
50 Jahre Humboldt-Stiftung stehen für ein weltweites Netzwerk von rund 23.000 geförderten und betreuten exzellenten Wissenschaftlern aus über 130 Ländern.
Joseph von Fraunhofer (6.3.1787 - 7.6.1826)

Der Straubing geborene Josef Fraunhofer eignete sich nach einer Spiegelmacher- und Glasschleiferlehre im Selbststudium die Grundlagen der Physik und Optik an. Er reformierte die Herstellung optischer Linsen und die Berechnung achromatischer Objektive entscheidend. So  entwickelte er nicht nur neue Methoden des Glasschmelzens und -schleifens, sondern verhalf auch durch seine Forschungen der Wellentheorie des Lichts zum Durchbruch. J. von Fraunhofer entdeckte die Apsorptionslinien im Sonnenspektrum, die 'Fraunhofer-Linien'. Ihm gelang außerdem die erste absolute Wellenlängemessung von Spektrallinien.

Fraunhofers Vermächtnis:
Optik in Wissenschaft und
Technik von heute.
So gross Fraunhofers For-
schungdrang auch war, nie verlor er das eigentliche Ziel aus dem Auge: die Unterstützung seiner Ent-
wicklungen in die Praix. Diese Idee hat sich auch die Fraunhofer-Gesellschaft ver-
schrieben, eine der weltweit
grössten Organisationen der angewandten Forschung.
Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt derzeit und 80 For-
schungseinrichtungen davon 58 Institute, an über 40 Standorten in Deutschland. Rund 12.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überwiegend mit natur- und ingenieurwis- senschaftlicher Ausbildung, beschäftigt die Gesellschaft.
Der Universalgelehrte mit Sinn für die Praxis

Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 - 1894).
„Die Art, wie der Physiker und Universalgelehrte Hermann von Helmholtz Naturwissenschaft verstand und praktizierte – interdisziplinär, international und aus der Grundlagenarbeit auf Anwendung zielend –, ist für uns Verpflichtung und Ansporn .“ Prof. Dr. Walter Kröll, ehem. Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft

Mit vereinten Kräften grosse
Aufgaben lösen.
Forschung ist der Auftrag der Helmholtz-Gemeinschaft, die wesentlich dazu beträgt, grosse und drängende Fra- gen von Wissenschaft und Gesellschaft zu beantworten.
Dazu bündelt Helmholtz seine Kräfte in sechs For-
schungsbereiche: Engergie, Erde und Umwelt, Gesund-
heit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie
Verkehr und Weltraum.
In der Helmholtz-Gemeinschaft haben sich 15 nationale Zentren für naturwissenschaftlich-technische und biologisch- medizinische Forschung mit 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammengeschlossen.
Max Planck - Physiker - (1858-1947)
"Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen." Max Planck (1919)
Durch eine Interpolation entwickelt er das exakte Gesetz der schwarzen Wärmestrahlung, das "Plancksche Strahlungsgesetz".
Planck begründet die Quantentheorie, die die Physik revolutioniert und sie zu einem Grundlagenfach der Naturwissenschaften macht. Erst mit weitergehenden Deutungen von Albert Einstein und dem Bohrschen Atommodell gelingt der Planckschen Quantentheorie zehn Jahre später der Durchbruch. Für die Begründung der Quantentheorie erhält er den Nobelpreis für Physik.

Forschen für die Zukunft - das Leitbild der Max-Planck-Gesellschaft.
Dank seiner wissenschaft- lichen Leistungen wie auch wegen seiner starken Persönlichkeit hat sich Planck eine einzigartige Stellung unter den Physikern Deutschlands erworben.
Die Physiker der Planck nachfolgenden Generation sind immer noch beein- druckt, wenn sie Plancks Argumentation des Jahres 1900 rekonstruieren.
Die Max-Planck-Gesellschaft bündelt 75 Institute und For-
schungseinrichtungen. 12.261  Mitarbeiterinen und Mitarbeiter sowie 9.598 wissenschaftliche Nachwuchs- und Gastwissenschaftler beschäftigt die Max-Planck-Gesell- schaft. (Haushaltspl. 2004)

 

Die DFG ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisati-
on der Wissenschaft in Deutschland. Als grösster Drittmittelgeber für die Forschung an Universitäten ist sie die wichtigste Stütze für die Grundlagenforschung.
Paragraf 1 ihrer Satzung definiert die Aufgaben der DFG: "Die Deutsche
For- schungsgemeinschaft dient der Wissenschaft in allen ihren Zweigen durch die finanzielle Unterstützung von Forschungsaufgaben und durch die Förderung der Zusammenarbeit unter den Forschern."
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft kann auf eine über achtzigjährige Geschichte zurückblicken. Vorläufer der heutigen DFG ist die 1920 gegründete Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft. Die Förderung und Unterstützung exzellenter Forschung und Wissenschaftler hat von Anfang an ihre Arbeit bestimmt. Heute steht die DFG für ein bewährtes System selbstverwalteter Forschungsförderung in Deutschland, das im In- und Ausland hohe Akzeptanz und Anerkennung findet.

Von der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft zur Deutschen Forschungsgemeinschaft
Anfänge 1920 bis 1933 in der Weimarer Republik


30. Oktober 1920
Gründung der "Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft" auf Betreiben Fritz Habers, "Vater der Notgemeinschaft", und Friedrich Schmidt-Ott, der ihr erster Präsident wurde, in Berlin


1920
Schaffung eines "Stifterverbandes der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft e.V." zwecks zusätzlicher Akquirierung von privaten Spendenmitteln


1929
Im Zeichen der Konsolidierung und des inneren Ausbaus: Umbenennung in "Deutsche Gemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der Forschung", kurz: "Forschungsgemeinschaft"
In der NS-Zeit 1933 bis 1945


1934
Rücktritt Schmidt-Otts und des gesamten Präsidiums der Forschungsgemeinschaft


Seit 1934
Politische Gleichschaltung der Forschungsgemeinschaft durch die Nationalsozialisten. Zunächst unter der Präsidentschaft des Physikers Johannes Stark (1934-36), anschließend unter dem "Wehrchemiker" Rudolf Mentzel (1936-45), der das nationalsozialistische "Führerprinzip" durchsetzte.
Neubeginn und Aufbau der DFG seit 1949 in der Bundesrepublik Deutschland


1949
Neugründung der "Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft" auf Initiative der Hochschulen, des Stifterverbandes und der Kultusministerien der Länder in Bonn


1949
Konstituierung eines wissenschaftspolitisch ausgerichteten "Deutschen Forschungsrates" mit Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft, der Akademien der Wissenschaft in Göttingen, Heidelberg und München auf Betreiben Werner Heisenbergs


2. August 1951
Fusion von Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft und Deutschem Forschungsrat zur Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)


Seit 1951
Sitz der DFG-Geschäftsstelle in Bonn-Bad Godesberg


Seit 1990
(Gesamt-)Deutsche Forschungsgemeinschaft
Ausdehnung der Förderarbeit auf das Gebiet des vereinten Deutschland


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