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Ganztagsschulen: Zeit für mehr
Der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa zufolge sind 79 Prozent der
Bundesbürger für eine flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen. Die Gründe
dafür sind vielfältig: Die Zahl der
Alleinerziehenden wächst, die der Familien mit nur einem Kind und ebenso die, in denen
beide Ehepartner berufstätig sind. Viele Kinder und Jugendliche sind nachmittags sich
selbst überlassen. Fernseher und
Computer müssen dann häufig als pädagogischer Ersatz herhalten.
Engeres Schüler-Lehrer-Verhältnis Die Ganztagsschule kann diese Probleme zwar nicht
lösen, aber sie
kann helfen, sie zu entschärfen. Darin sind sich die meisten Befürworter einig. Sie
bietet den
Vorteil, dass die Kinder am Nachmittag nicht alleine ihre Schulaufgaben machen müssen,
mit denen sie unter Umständen überfordert wären. Sie sind mit Gleichaltrigen zusammen
und haben einen Lehrer als feste Bezugsperson.
Keine Hausaufgaben!
In einer Ganztagsschule wechseln Unterrichtsphasen mit Entspannungsund Vertiefungsphasen
ab - das Ganze nennt sich rhythmisierter Unterricht. Wichtig ist dabei, dass Kinder mit
Ende des Unterrichts auch
tatsächlich fertig sind und ihre Freizeit in vollen Zügen genießen können. Das
ständige schlechte Gewissen, wenn ein Schüler zu Hause seine Aufgaben nicht fertig
gebracht hat, fehlt. Und auch Eltern können
aufatmen, weil sie nicht mehr den Hilfslehrer mimen müssen.
Modelle der Ganztagsschule
Es gibt sie in zwei Formen: Die offene Ganztagsschule unterrichtet vormittags und bietet
nach dem Mittagessen ein freiwilliges Nachmittags-Programm. Jeweils zu Beginn des
Schuljahres entscheiden die
Eltern, ob ihre Kinder das Ganztagsangebot wahrnehmen. Bei der gebundenen Ganztagsschule
findet der Unterricht auf den ganzen Tag verteilt statt. Das gesamte Tagesprogramm ist
für alle Schülerinnen und
Schüler verpflichtend. Daneben gibt es noch die so genannte Ganztagsbetreuung, die aber
nur eine Beaufsichtigung bei den Hausaufgaben vorsieht.
Kritiker des ganztägigen Unterrichts
Das Modell mit klaren Arbeits- und Freizeitphasen kann auch in den Familien geleistet
werden, antworten Kritiker der Ganztagsschule. Sie befürchten, sich durch eine
Ganztagsschule ein Stück weit von ihren
Kindern zu entfernen. Oder noch schlimmer, die Verantwortung für die Erziehung an den
Staat übergeben zu müssen. Aber es gibt auch von Schülerseite her manchmal Ablehnung:
Die Zeit für eigene Hobbys fehle,
man sei von früh bis spät in der Gruppe "organisiert" und habe keine
Möglichkeit mehr, seinem Wunsch nach Ruhe und Alleinsein nachzukommen.
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Warum Ganztagsschulen?
Gute Bildung braucht Zeit. An Ganztagsschulen ist Zeit Zeit für mehr Qualität im Unterricht,individuelle Förderung,kreative Freizeitgestaltung und familienfreundliche Betreuung.In den meisten europäischen Ländern sind Ganztagsschulen selbstverständlich genauso wie die intensive Förderung begabter Kinder. Auch in Deutschland müssen wir endlich lernen,auf die Stärken und individuellen Voraussetzungen eines jeden Kindes einzugehen. |

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Die offene Ganztagsschule: Sie ist an der Unterrichtsstruktur der Halbtagsschuleorientiert und bietet nach dem Mittagessen ein freiwilliges Nachmittagsprogramm an. Die gebundene Ganztagsschule: Dieses Konzept geht einen Schritt weiter: Der Unterricht findet auf den gan-zen Tag verteilt statt, die klassische Einteilung in 45-Minuten-Einheiten wird aufgelöst, Unterricht und Freizeit wechseln sich ab. Das gesamte Tages-programm ist für alle Schüler gleicher-maßen verpflichtend. |
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...und in der Dritten Deutsch-AG FÖRDERUNG SO WICHTIG WIE DER UNTERRICHT "Lukas kommt in der Schule nicht mit." Ein Satz,,wie ihn Eltern häufig hören.Wenn ein Kind in einem Fach unter dem Durchschnitt liegt,beginnt oft ein kleiner Teufelskreis:Wer die erste Lektion nicht richtig versteht,fällt bei der zweiten zurück und sammelt bald die erste schlechte Note ein.Am Ende des Schuljahres heißt es dann:"Mathe mag ich überhaupt nicht!" oder "Lesen ist doof."SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER WERDEN INDIVI- DUELLGEFÖRDERT BEI BESONDERER BEGABUNG GENAUSO WIE BEI SPEZIFISCHEN PROBLEMEN. Die große Hürde sind oft die Hausaufgaben:In der Schule wird der Stoff zwar durchgenommen,aber zu Hause beginnt die eigentliche Arbeit.Viele Schülerinnen und Schüler sind dabei auf Hilfe angewiesen,zum Erklären,Wiederholen oder auch einfach,um die notwendige Sorgfalt aufzubringen.Hausaufgaben fordern Disziplin und Durchhaltevermögen von Schülern und Eltern.Halbtagsschüler Lukas zum Beispiel bekommt Nachhilfe inMathe.Ein kostspieliges Unternehmen für die Eltern.Und Lukas Mutter bemüht sich,nach Feierabend mit ihm die Hausaufgaben durchzugehen.Ein anstrengendes Abendprogramm für beide. In Ganztagsschulen wird dieses System durchbrochen.Aus Hausaufgaben werden Schulaufgaben:Im Stundenplan sind da-für extra Zeiten eingeplant.Dann wird oft in kleineren Gruppen erklärt und geübt,was im Unterricht durchgenommen wurde.In den Aufgabenstunden,Lernphasen oder Ergänzungsstunden stehen pädagogische Fachkräfte beratend zur Seite.Das können Lehrerinnen und Lehrer,zusätzliches qualifiziertes Personal oder Ehrenamtliche sein.Der Vorteil:In diesem Rahmen ist es viel einfacher,auch mal nachzufragen und sich ein Problem ein zweites und drittes Mal erklären zu lassen.Oder die Vokabeln so lange zu üben,bis sie sitzen. Viele Kinder können sich außerdem besser konzentrieren, wenn sie nicht sich selbst überlassen sind,sondern in der Gruppebetreut werden.Und was für eine Erleichterung,wenn Lukas sieht,dass Nils und Ariane den neuen Stoff auch nicht auf Anhieb verstanden haben.
In Ganztagsschulen werden die Stärken eines jeden Kindes leichter erkannt und gefördert.Denn jedes Kind hat Stärken.Ebenso werden Schwächen frühzeitig identifiziert und behoben.Förderung funktioniert dabei nicht nur in die eine Richtung.Schülerinnen und Schüler,die sich in einem Fach unterfordert fühlen und langweilen,kommen in Neigungsgruppen und Vertiefungsstunden auf ihre Kosten.Hier werden leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in ihrem Lieblingsfach zusätzlich gefordert.In denunterrichtsergänzenden Stunden ist Zeit für besonders knifflige Aufgaben und Ausflüge in spannende Spezialthemen.Die Schülerinnen und Schüler können ihre Fähigkeiten ausbauen,beispielsweise in der Französisch-AG oder in der Stunde mit dem literaturbegeisterten Deutschlehrer. |
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Meist einen Schultag lang widmen sich die
Klassen unter Anleitung von Wissenschaftlern einem speziellen For-schungsthema. Im
Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg messen beispielsweise Zehnt klässler die radioaktive Strahlung von Uranquarz. Im Gläsernen Labor in Berlin-Buch erproben schon Elfjährige den genetischen Fingerabdruck. Im KUBUS-Schülerlabor in Leipzig-Halle erforschen Oberstufenschüler die Möglichkeiten der Luftreinhaltung. Daneben gibt es vielerorts Ferienpro- gramme und Workshops. Lehrer, die einmal hier waren, melden sich immer wieder an", sagt Michael Buchsteiner, Leiter des Schülerlabors in Geesthacht. Wir sind jetzt schon für das gesamte Schuljahr ausgebucht." Die Braunschweiger Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) bekam kürzlich sogar Besuch von einem Biolo- gie-Leistungskurs aus dem entfernten Freiburg im Breisgau. Die waren hier drei Tage auf Klassenfahrt und haben die Bestandteile von Wurst analysiert". Wir zeigen aktuelle Forschung und holen nicht irgendwelche Experimente aus dem Keller", sagt Richard Bräucker, der sein Labor am liebsten auch für Grund- und Vorschüler öffnen würde. Die sind besonders neugierig auf die Versuche." Der Erfolg gibt ihm und seinen Kollegen Recht. Die Nachfrage ist groß. |
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| Forschen in der Helmholtz-Gemeinschaft BerlinDeutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt(DLR), Berlin-Adlershof: www.schoollab.dlr.de Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin MDC), Berlin-Buch www.glaesernes-labor.de Braunschweig Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF): www.gbf.de/bio-s/index.html Bremerhaven Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresfor- schung (AWI) www.awi-bremerhaven.de/ClickLearn Geesthacht GKSS-Forschungszentrum Geesthacht (GKSS) www.schuelerlabor.gkss.de Göttingen Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) www.schoollab.dlr.de Hamburg Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) www.dlr-schoollab-hamburg.de Heidelberg Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) www.life-science-lab.de Jülich Forschungszentrum Jülich (FZJ) ab Januar 2005 www.fz-juelich.de/schuelerlabor Karlsruhe Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) www.fortbildung.fzk.de Köln Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Köln-Porz www.schoollab.dlr.de Leipzig UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ): www.kubus-schuelerlabor.de München GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF), München-Neuherberg: www.gsf.de/gsf-lab Oberpfaffenhofen Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) www.schoollab.dlr.de Potsdam Geoforschungszentrum Potsdam www.gfz-potsdam.de Stuttgart/Lampoldshausen Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR): www.schoollab.dlr.de Daneben betreiben zahlreiche Universitäten und Hochschulen den Ausbau von Schüler laboren. Universität Bielefeld, Teutolab: www.teutolab.de Johannes Gutenberg-Universität Mainz, NaT-Lab: www.nat-schuelerlabor.de Die Robert-Bosch-Stiftung fördert mit der Initiative NaT-Working die Kooperation zwischen Schülern und Wissenschaftlern, Lehrern und Uni-versitäten oder Fachhochschulen. Unterstützt werden Prak-tika, Seminare, Sommerschulen oder Schülerkongresse zu naturwis- senschaftlichen Themen: www.bosch-stiftung.de/natworking
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Forschungslabore: Schubkraft für die Schulen Hochschulen bieten Forschung zum Anfassen. Sie reagieren damit auf das verbreitete Desinteresse von Schülern und Studierenden an Naturwissenschaft. Wo in der gymnasialen Oberstufe Jungen und vor allem Mädchen scharenweise die Fächer Chemie und Physik abwählen, verschaffen die Schülerlabore mit ihrem authentischen Ambiente und ihren praktischen For-schungsaufgaben ganz neue Aha-Erlebnisse.
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Unter www.max-wissen.de finden Lehrer und Schüler ab Ende Juli eine Vielzahl von Texten, Bildern und Clips, die den Einstieg in Forschungsthemen erleichtern und den Weg für weiterführende Recherchen weisen. Abgedeckt werden dabei die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Erdkunde, Physik und Chemie. Diese virtuelle Bibliothek soll sich in den kommenden Jahren weiter füllen.
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NEUES LERNEN Hinter KworkQuark steckt die Idee, qualitativ hochwertige Lernsoftware zu schaffen, die im Internet für alle frei verfügbar ist. Für die Nutzer eine prima Gelegenheit, mehr über moderne Wissen- schaft zu lernen und zu erfahren, dass Wissen und Wissenschaft Spass machen. Mit KworkQuark will Desy Interesse für moderne Physik wecken und verstärken.
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Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist die
Vereinigung der deutschen Hochschulen. Zu ihren Aufgaben gehört die Vertretung der
Hochschulinteressen in der politischen Willensbildung und die Information der
Öffentlichkeit über die deutschen Hochschulen. Was ist der Hochschulkompass? Der Hochschulkompass ist das Informa- tionsangebot der Hochschulrektorenkonferenz über alle deutschen Hochschulen, deren Studienangebote und internationale Kooperationen. |