Die veränderte Bedeutung der Zoos

Zoos gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Die Chinesen hatten bereits vor 3000 Jahren Zoos; die al-
ten Ägypter hielten sich Paviane und Löwen in ihren Tempeln.
Bis vor etwa 50 Jahren waren Zoos nur eine Reihe von nackten Käfigen mit Tieren darin, die von Menschen bestaunt wurden. Viele der weltweit 700 Zoos halten ihre Tiere heute noch unter unwürdigen Bedingungen. Kleine Käfige, dicke Gitterstäbe, miserabele Hygienebedingungen. Oft werden die Tiere, ohne dass sie Schattenplätze aufsuchen können, oder der widrigen Witterung, vor allem im Winter, ungeschützt ausgesetzt sind, gehalten.

Heute können die Zoos, dank wissenschaftlicher Erkenntnisse, jedoch wenigstens naturnahe Lebensräume
für ihre «Schützlinge» schaffen. Tiere können nur ihr artgerechtes Verhalten zeigen, wenn ihre natürliche Umgebung, sowie eine grosszügige Gestaltung der Gehege zur Verfügung steht.

 

Die "Welt - Zoo - Schutzstrategie"

Zum Schutz bedrohter Tierarten leisten die
Zoologischen Gärten heute wertvolle Beiträge.
Sie erforschen die Lebensgewohnheiten
und Bedürfnisse der in Zoos lebenden
Tiere, sie informieren die Öffenlichkeit über
bedrohte Tierarten und sie koordinieren auf internation. Ebene die Zucht bedrohter Arten. Durch diese Zuchtprogramme bleibt ein stabiler Bestand der bedrohten Tierarten erhalten, der, wenn es die äußeren Bedingungen erlauben, für eine Auswilderung genutzt werden kann.

Viele Zoos sind direkten Forschungspro-
jekten angeschlossen. Die Schwerpunkte
sind:

  • Gesundheit (Veterinärmedizin)
  • Haltung und Ernährung
  • Fortpflanzung
  • Auswilderung
  • Sozialstrukturen
  • Verhalten

                                    

Zoos als Bildungseinrichtung
In vielen Zoos werden Lehreinrichtungen (Zooschulen)
angeboten. Kurse für Lehrer und Schüler, das über-
lassen und vermitteln von Informationen und Kursma-
terial fördert das Verständnis der Menschen sich über  die Probleme der Arterhaltung zu informieren.

 

 

Die neue Arche Noah

"Und du sollst in den Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch, je ein Paar, Männlein und Weiblein, dass sie lebendig bleiben bei dir. Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben." (1.Mose, Kap. 6)
Wäre es nur so einfach!  Man braucht viel mehr als zwei Tiere von einer Art, um sie zu vermehren, wenn sie eine ernsthafte Überlebenschance für mehr als nur ein paar Generationen haben soll. Heute sind die Zoologischen Gärten durch ihre Erhaltungszuchtprogramme am Natur- und Artenschutz beteiligt.

          

"Was ist der Mensch ohne das Tier? Wenn es keine Tiere mehr gäbe, würde der Mensch an grosser Einsamkeit des Herzens sterben. Denn alles, was den Tieren geschieht, geschieht bald auch den Menschen".
(Indianerhäuptling Siattle)

 

Vom Wildfang zur Erhaltungszucht

Heute sind die Zoologischen Gärten durch ihre Erhaltungszuchtprogramme am Natur- und Artenschutz
beteiligt. Sie erlangen Arche-Noah-Funktion, indem sie im Zoo sich selbst erhaltende Populationen
von Tieren gründen und für Wiederansiedelung bereithalten. Bei der Artenauswahl sind folgende Krite-
rien zu berücksichtigen:

  • Wie gefährdet ist eine Art?
  • Auf wie viel Individuen kann man bei der Zucht zurückgreifen?
  • Wie bekannt und attraktiv ist eine Art, um den Naturschutzgedanken zu fördern?
  • Wie anspruchsvoll ist die Art bezüglich Ernährung, Haltung und Zucht?
  • Wie groß sind die Chancen einer Wiederansiedelung?

Die Organisation von Erhaltungszuchtprogrammen Ein Netzwerk von regionalen Erhaltungszuchtprogram-
men wird global vom IUCN (The World Conservation Union/ Welt Naturschutz Verband) koordiniert. Die europäischen Zoos begründeten 1985 das EEP, das Europäische Erhaltungszuchtprogramm.
Zoos arveiten internation zusammen, tauschen Tiere aus oder verleihen sie, so dass die Gefahr der
Inzucht so weit wie möglich gemindert und eine gesunde Population der Art erhalten wird.

Wie sieht der Zoo der Zukunft aus?

Im Zoo der Zukunft wird es gegenüber den heute vielfach gehaltenen Elefanten und Löwen vermutlich
mehr Kleintiere geben wie Murmeltiere und Erdmännchen. In Zoos, in denen nachtaktive Tiere gehal-
ten und Tag und Nacht künstlich vertauscht wurden, haben sich solche Tiere als Publikumsrenner er-
wiesen. Tiere wie Zebras und einige Reptilienarten werden aufgrund ihrer problemlosen Halgung und
Fütterung vermutlich weiterhin beliebte Zootiere bleichen.

Einige Tiere haben sich offensichtlich als «ungeeignet» als Zootiere erwiesen und werden dort sicher
seltener werden. Manche Tiere werden in Gefangenschaft zu "lustlosen Gesellen". Tiere, denen aufgrund
ihres angeborenen Verhalten keine optimale Voraussetzungen geboten werden können, werden in der
Zukunft nicht mehr in Zoo's gehalten. Durch Verhaltensbeeinträchtigungen entwickeln die Tiere häufig
ein völlig widernatürliches und monotone Benehmen. So laufen Grosskatzen unaufhörlich stupide hin und her, und angekettete Elefanten zeigen oft ebenfalls stereotype Bewegungen.

In neuen grosszügig angelegten Gehegen wird dem Publikum oft eine Aussichtsplattform angeboten, um
die Tiere zu beobachten.

                                                                                                                                                       

 

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